Multireligiöser Radiogottesdienst zu "9/11" in Berlin

St. Marienkirche Berlin

Foto: Getty Images/iStockphoto/Armin Staudt

Blick auf die St. Marienkirche hinter dem Fernsehturm am Alexanderplatz. Sie ist Austragungsort des Gottesdiensts in multireligiöser Gemeinschaft.

Multireligiöser Radiogottesdienst zu "9/11" in Berlin
Zum 15. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 überträgt der Deutschlandfunk am Sonntag ab 10.05 Uhr live einen Gottesdienst in multireligiöser Gemeinschaft aus der St. Marienkirche in Berlin.

Über 3000 Menschen starben, als am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Center in New York flogen. Die Täter beriefen sich auf den Islam. Der Gottesdienst, der am 15. Jahrestag des Anschlags in der Berliner St. Marienkirche am Alexanderplatz gefeiert wird, steht im Rahmen der Themenreihe "Religion – Sprengstoff oder Fundament der Gesellschaft?" der evangelischen Verkündigungssendungen im Deutschlandradio. An der Feier sind Christen, Juden und Muslime beteiligt.

In Teilen der Gesellschaft entstehe der Eindruck, Religionen seien per se gefährlich, heißt es in der Ankündigung des Rundfunkgottesdienstes (Sonntag, 11.9.2016, ab 10.05 Uhr im DLF). Während einige gesellschaftliche Gruppen über die Verdrängung der Religionen aus der Öffentlichkeit bis hin zu ihrer Abschaffung nachdächten, habe die Gemeinde der Berliner Citykirche St. Marien den entgegengesetzten Weg eingeschlagen. "Wir wollen auch als Juden und Christen nicht von uns weg auf die Muslime zeigen", sagte Pfarrer Gregor Hohberg. "Denn wir wissen: Fundamentalisten, die ihren Glauben in todbringender Weise auslegen, gibt es in allen Religionen und ebenso unter Religionslosen." Religionen könnten gefährlich werden, besäßen aber zugleich ein hohes Friedenspotential, sagte Hohberger. "Es lohnt sich, diese Seite zu stärken und einzubringen – für ein friedliches Miteinander aller Menschen."

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Den Gottesdienst feiern Hohberger und die Gemeinde der Berliner Citykirche St. Marien in multireligiöser Gemeinschaft zusammen mit Rabbiner Andreas Nachama und Imam Kadir Sanci. Gemeinsam arbeiten die drei Geistlichen seit fünf Jahren an der Realisierung eines multireligiösen Gotteshauses in der Mitte Berlins, dem House of One. Darin wird es eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee geben - und in ihrer Mitte einen zentralen Raum der Begegnung, offen für alle.

In der Themenreihe "Religion – Sprengstoff oder Fundament der Gesellschaft?" fragen die evangelischen Verkündigungssendungen im Deutschlandradio, welche Rolle Religion und Glaube für ein friedliches und gelingendes Zusammenleben übernehmen können. In den Featuresendungen "Am Sonntagmorgen" (sonntags, 8.35 Uhr) im Deutschlandfunk und "Feiertag" (sonntags, 7.05 Uhr) im Deutschlandradio Kultur geht es unter anderem um Götter und Dämonen auf Bali, das Friedenspotential des Islam, das Haus der Religionen in Bern, die Versöhnungsarbeit im christlichen Dorf Nes Ammin in Israel oder Frankreichs Umgang mit den Religionen. Nach den Sendung sind die Beiträge jeweils nachzuhören und nachzulesen unter rundfunk.evangelisch.de.