Kurschus: Reformationsjubiläum darf keine kirchliche Nabelschau werden

Kurschus: Reformationsjubiläum darf keine kirchliche Nabelschau werden
Die westfälische Präses Annette Kurschus hat dazu aufgerufen, das Reformationsjubiläum im kommenden Jahr nicht "als innerkirchliche, innerdeutsche und innerevangelische Nabelschau zu begehen".

Die Erinnerung an die Vielfalt der Reformation ermögliche stattdessen einen breiten Diskurs zwischen den Konfessionen und rege an "zu einem wachen und neugierigen Blick auf gesellschaftliche Strömungen und Stimmen, auf politische Kräfte und Fragen", sagte die Theologin am Sonntagabend bei einer Veranstaltung des Martin Luther Forums Ruhr in Gladbeck.

Die Reformation dürfe nicht auf eine Selbstbespiegelung der Kirche verengt oder auf ein "intensives Sonnenbad im hellen Licht medialer Aufmerksamkeit" reduziert werden, sagte die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) laut Redemanuskript. Luthers Botschaft habe auch im 21. Jahrhundert von ihrer Aktualität nichts eingebüßt, sagte Kurschus in ihrem Vortrag mit dem Titel "Luther kommt ... an! Was bleibt, was kommt nach der Lutherdekade?"



Sie wolle die Befürchtung zerstreuen, "die Kirche, der Protestantismus und der Glaube der Gegenwart könnten ab 2018 meinen, Martin Luther und die Reformation hätten wir nun gewissermaßen hinter uns", sagte die Theologin. Auch über 2017 hinaus lasse sich im Sinne Luthers feiern und handeln: "dankbar und selbstbewusst, bescheiden und weltoffen", erklärte Kurschus. Dass der Reformator ankomme, zeige sich nicht zuletzt am ungeheuren Verkaufserfolg der Luther-Playmobilfigur.

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