Menschenrechtler: Tausende Kinder im Anti-Terror-Kampf eingesperrt

Menschenrechtler: Tausende Kinder im Anti-Terror-Kampf eingesperrt
Folter, Vergewaltigungen und angedrohte Exekutionen: Ein "Human Rights Watch"-Bericht enthüllt schockierende Zustände in Haftanstalten in Krisengebieten. Unzählige Kinder wurden dem Schreiben zufolge in Gefängnissen gefoltert und sind bereits in der Haft gestorben.

In Konfliktgebieten werden Menschenrechtlern zufolge weltweit Tausende Kinder und Babys ins Gefängnis geworfen und misshandelt. Minderjährige müssten ohne Anklage teilweise jahrelang hinter Gittern ausharren, weil sie als Sicherheitsrisiko betrachtet werden, heißt es in einem Bericht von "Human Rights Watch", der am
Donnerstag veröffentlicht wurde. In Ländern wie Afghanistan, Israel und Nigeria würden Kinder wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Terrorgruppen wie Boko Haram oder dem "Islamischen Staat" inhaftiert.

Unzählige Minderjährige würden gefoltert oder seien bereits in Haft gestorben, heißt es in dem Bericht. Die Kinder und Babys werden den Menschenrechtlern zufolge eingesperrt, weil sie selbst, ihre Mütter oder andere Familienangehörige terroristischer Aktivitäten verdächtigt werden oder Rebellengruppen angehören sollen. "Sicherheitskräfte folterten Kinder oder behandelten sie unmenschlich, um Geständnisse oder Informationen aus ihnen herauszubekommen, oder um sie zu strafen", heißt es in dem Bericht. Kinder berichteten von Elektroschocks, Vergewaltigungen und angedrohten Exekutionen.

"In ihrer kontraproduktiven Reaktion auf Krisen treten die Regierungen Kinderrechte mit Füßen", sagte Jo Becker, Experte für Kinderrechte bei Human Rights Watch. Die Mitarbeiter der Organisation befragten Kinder-Häftlinge in Afghanistan, im Kongo, im Irak, in Israel, Nigeria, Syrien und in den USA. Grundlage für die Festnahmen sind häufig fragwürdige Anti-Terrorgesetze. Human Rights Watch forderte die Regierungen auf, diese Praxis umgehend zu beenden.

 

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