Bevölkerung fordert mehr Anerkennung für Pflegende

Bevölkerung fordert mehr Anerkennung für Pflegende
Die Bevölkerung in Deutschland (98 Prozent) ist nach einer Umfrage der Meinung, dass Pflegende mehr Anerkennung für ihre Arbeit erhalten sollten. Das ist das Ergebnis einer vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebenen repräsentativen Erhebung von Infratest dimap 2016, wie das Ministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Eine weitere Umfrage zeigt, dass Pflegekräfte oft ohne Pause durcharbeiten müssen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) erklärte am Internationalen Tag der Pflege am Donnerstag, es sei "dringend erforderlich, dass die Pflegekräfte angemessen entlohnt und die Arbeitsbedingungen verbessert werden". Die professionelle Pflege gehöre zu den wichtigsten Dienstleistungen in unserer Gesellschaft.

Bei ambulanten Pflegediensten und in Pflegeheimen arbeiten in Deutschland mehr als eine Million Menschen. Trotzdem herrscht Fachkräftemangel in der Pflege. Daher forderte Schwesig: "Wir dürfen keine Zeit verlieren, um den Pflegeberuf zukunftsfähig zu machen."



Nach einer Online-Umfrage des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe DBfK entfallen in vielen Pflegeeinrichtungen gesetzlich vorgeschriebene Pausen, weil der Arbeitsdruck keine Unterbrechung zulasse. Die Umfrage, die im März und April durchgeführt wurde, zeige, dass freie Tage und Urlaub häufig als kostenlose Rufbereitschaft betrachtet würden, teilte der Verband mit. Knapp die Hälfte der gut 3.500 Teilnehmer berichteten, dass sie ein- bis zweimal im Monat kurzfristig Schichten übernehmen müssten. Ein weiteres Drittel sei davon sogar drei- bis fünfmal pro Monat und weitere neun Prozent wöchentlich betroffen.

Die von der Bundesregierung zum Jahreswechsel geplante Reform der Pflegeberufe soll die Pflegefachkräfte insgesamt besser qualifizieren und die Ausbildung attraktiver machen. "Die Ausbildung wird in Zukunft kostenfrei sein. Statt Schulgeld zu zahlen, sollen die Azubis eine Ausbildungsvergütung erhalten", erläuterte Schwesig.

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