Gröhe: Gesundheitssystem muss auf demografischen Wandel reagieren

Gröhe: Gesundheitssystem muss auf demografischen Wandel reagieren
Der demografische Wandel stellt das deutsche Gesundheitssystem nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vor große Herausforderungen. Angesichts der wachsenden Zahl älterer Patienten mit chronischen und dementiellen Krankheiten müsse der klinische Pflegebereich gestärkt werden, sagte Gröhe beim Sozialpolitischen Aschermittwoch der Kirchen in Essen.

Außerdem sprach sich der Minister dafür aus, dass es mehr Zusammenarbeit zwischen Berufsgruppen und medizinischen Disziplinen geben muss. In Zukunft werde es nicht nur eine wachsende Zahl Pflegedürftiger geben, sagte Gröhe weiter. Die Politik müsse auch dem Fachkräftemangel und den Sorgen vor einer medizinischen Unterversorgung in ländlichen Regionen begegnen.

Die angestrebte Modernisierung der Pflegeausbildung solle dazu beitragen, dass "wir auf Dauer das gute Personal, das wir brauchen, auch erhalten", sagte der Minister. Vorgesehen ist eine Zusammenlegung von Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflegeausbildung. Um niedergelassene Ärzte in ländliche Regionen zu bringen, könnten die Kassenärztlichen Vereinigungen mit Hilfe von Strukturfonds Anreize schaffen, erläuterte Gröhe.

Außerdem brauchten die Krankenhäuser in Zukunft eine "intelligente Arbeitsteilung", sagte der Gesundheitsminister. Es könne nicht mehr alles an jedem Ort in gleicher Qualität geleistet werden. Neben Kliniken mit Grund- und Regelversorgung werde es spezialisierte Häuser geben.

Den Sozialpolitischen Aschermittwoch haben die Evangelische Kirche im Rheinland und das Bistum Essen 1998 ins Leben gerufen. Mit der Veranstaltung wollen sie einen "Kontrapunkt zum Politspektakel der Parteien" setzen und öffentlich für Solidarität und Gerechtigkeit in der Gesellschaft eintreten.

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