Oberlausitz: Erinnerung an die Krankenmorde in der NS-Zeit

Standfoto aus dem Propagandafilm "Erbkrank" der NSDAP

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Standfoto aus dem Propagandafilm "Erbkrank" der NSDAP.

Deutschland spricht 2019
Oberlausitz: Erinnerung an die Krankenmorde in der NS-Zeit
Am Totensonntag wird in Großschweidnitz in der Oberlausitz (Landkreis Görlitz) an die Krankenmorde in der NS-Zeit erinnert. Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet starben in dort in einer so genannten Landesheilanstalt.

In der ehemaligen Landesheilanstalt wurden zwischen 1939 und 1945 mehr als 5.000 Menschen ermordet, wie die Gedenkstätte Großschweidnitz mitteilte. Geplant ist am Nachmittag eine Andacht am Denkmal für die Opfer auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof. Teilnehmer sind aufgerufen, Kerzen mitzubringen.

In der NS-Zeit waren Kranke aus dem gesamten Deutschen Reich nach Großschweidnitz verlegt worden. Die Patienten wurden Opfer systematischer Unterernährung oder starben an einer Überdosierung von Medikamenten. 1942 wurden täglich bis zu fünf Tote gezählt. Einige der verantwortlichen Ärzte und Pflegekräfte waren 1947 in einem sogenannten "Euthanasie"-Prozess verurteilt worden. Das Denkmal für die Opfer der Krankenmorde wurde erst 1990 aufgestellt.

Die Andacht für die Opfer der Krankenmorde beginnt am Totensonntag, 22. November, um 15.30 Uhr auf dem früheren Anstaltsfriedhof.

Gedenkstätte Großschweidnitz, Friedhofsweg, 02708 Großschweidnitz