Die ersten beiden Krimis mit Anna Loos als Helen Dorn, Ermittlerin des Düsseldorfer LKA, hatte der vielfach ausgezeichnete Matti Geschonneck inszeniert; ihm folgte der ebenfalls ausgesprochen versierte Markus Imboden. Der vierte Film ist von Johannes Grieser, ähnlich erfahren wie die Kollegen und gleichfalls ein Mann für unterschiedlichste Genres; zuletzt hat er unter anderem das Drama "Ein offener Käfig" (über die schwierige Wiedereingliederung eines Sexualstraftäters) und den zeitgeschichtlichen Krimi "Für immer ein Mörder - Der Fall Ritter" gedreht. Trotzdem wirkt "Der Pakt" gerade im Vergleich zu den bisherigen "Helen Dorn"-Beiträgen anfangs wie ein gewöhnlicher TV-Krimi. Die Geschichte erinnert sogar ein wenig an "Ein offener Käfig": Ein zunächst verurteilter Vergewaltiger ist nach einer Revision des Prozesses freigesprochen worden. Während eine Bürgerinitiative vor seinem Haus demonstriert und ihn aus der Siedlung jagen will, hat jemand anders Taten sprechen lassen: Der Mann wird erhängt in einer Fabrikhalle gefunden. Es soll wie Selbstmord aussehen, aber die Rekonstruktion der Tat lässt keinen Zweifel zu, dass es sich um Mord handelt.
Tilmann P. Gangloff setzt sich seit 40 Jahren als freiberuflicher Medienkritiker unter anderem für "epd medien" mit dem Fernsehen auseinander. Gangloff (geb. 1959) ist Diplom-Journalist, Rheinländer, Vater von drei erwachsenen Kindern und lebt am Bodensee. Er war über 30 Jahre lang Mitglied der Jury für den Grimme-Preis, ist ständiges Mitglied der Jury Kindermedien beim Robert-Geisendörfer-Preis, dem Medienpreis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und 2023 mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik ausgezeichnet worden.


