Sächsischer Landesbischof bestürzt über Busunglück

Sächsischer Landesbischof bestürzt über Busunglück
Nach dem Unfall eines Busses mit Schülern eines evangelischen Gymnasiums in Sachsen hat Landesbischof Carsten Rentzing den Verletzten und Angehörigen seine Anteilnahme übermittelt.

Die Landeskirche und die evangelische Schulgemeinschaft seien bestürzt über das Unglück, bei dem ein Vierjähriger ums Leben kam, heißt es in einer am Freitagabend verbreiteten Erklärung. Bei dem toten Jungen handelt es sich den Angaben zufolge um den Sohn einer Lehrerin, die als Betreuerin mitgereist war.

Der Bus mit insgesamt 66 Insassen war nach Polizeiangaben am Freitagnachmittag auf der Autobahn 4 bei Erfurt beim Überholen eines Lasters von der Fahrspur abgekommen. 25 Insassen wurden schwer verletzt.

Mit Schädelhirntraumen, Frakturen und anderen schweren Beschwerden wurden sie in Kliniken nach Erfurt, Weimar und Gera gebracht. Viele weitere Fahrgäste des Busses trugen leichte Verletzungen davon. Die Gruppe der 13- und 14-Jährigen Schüler sowie ihre Betreuer aus dem sächsischen Annaberg-Buchholz waren auf der Rückfahrt von einer Sprachreise nach England.

Nach Angaben der Landeskirche bemühen sich seit Bekanntwerden des Unglücks Seelsorger in der geöffneten Schule um Begleitung. Rentzing rief dazu auf, die Verletzten und Angehörigen in den Wochenendgottesdiensten in Gebete einzuschließen.

Busunternehmen verspricht Opfern und Angehörigen Hilfe

Nach dem schweren Busunglück hat das Busunternehmen den Opfern und ihren Angehörigen Unterstützung zugesichert. Ihnen gelte sein Mitgefühl, sagte Geschäftsführer Erich Krautgartner am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir versuchen alles Mögliche, um ihren Schmerz zu lindern und ihnen beizustehen." Wie das Unternehmen mit Sitz im österreichischen Ried konkret helfe, stehe noch nicht fest. Dazu gebe es aber Kontakte zu der Schule in Annaberg-Buchholz, deren Schüler in dem Bus auf der Heimreise von einer Englandfahrt waren.

Der Fahrer sei nach seinen Informationen erst am Morgen in den Bus gestiegen und habe nicht länger als vier Stunden am Steuer gesessen, erklärte Krautgartner. Nähere Angaben etwa zur Erfahrung des Mannes wollte er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen der Polizei nicht machen. Die Thüringer Autobahnpolizei bestätigte, dass der 35-Jährige nicht die ganze Rückfahrt den Bus gelenkt habe. Er sollte am Samstagmittag vernommen werden.

Bis zum Nachmittag erhoffen sich die Ermittler auch genauere Erkenntnisse aus der Arbeit eines Experten, der das Unglücksfahrzeug und die Spuren an der Unfallstelle untersucht.

Polizei sucht nach Busunglück Zeugen

Die Polizei sucht weitere Zeugen. "Sie können sich jederzeit bei uns melden", sagte eine Polizeisprecherin in Erfurt am Samstag. Es müssten zudem weitere Spuren gesichert werden, um den Unfallhergang rekonstruieren zu können.

Zu den Leichtverletzten gehört auch der Busfahrer. Zuvor war die Rede von 15 Schwerverletzten und 49 Leichtverletzten sowie dem toten Kind. Nach Polizeiangaben schwebte niemand mehr in Lebensgefahr.

Eltern und Verwandte holten teilweise noch bis zum späten Freitagabend ihre leicht verletzten Kinder in der thüringischen Landeshauptstadt ab, wie ein Sprecher der Leitstelle in Erfurt am Samstagmorgen sagte. Sie wurden in einer Rettungswache der Feuerwehr untergebracht und versorgt.

Hotline für Angehörige: +49 361 7415140

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