EKD-Ratsvorsitzender fordert "einladende Kirche"

Frau blickt durch eine geöffnete Kirchentür.

Foto: epd-bild/Rainer Oettel

EKD-Ratsvorsitzender fordert "einladende Kirche"
Angesichts einer wachsenden Zahl von Kirchenaustritten fordert der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, dass die Kirche offen für Außenstehende sein müsse.

"Ich wünsche mir eine einladende Kirche, die alle Milieus anspricht", sagte Bedford-Strohm der Tageszeitung "Die Welt" (Montagsausgabe). Am Freitag hatten die beiden großen Kirchen in Deutschland mitgeteilt, dass sie im vergangenen Jahr mehr Mitglieder verloren haben als in den Jahren zuvor.

Zugleich zeigte Bedford-Strohm erfreut darüber, dass jährlich rund 50.000 Menschen neu oder wieder in die evangelische Kirche eintreten: "Dass sich jährlich mehrere zehntausend Menschen entscheiden, erneut oder erstmals in die evangelische Kirche einzutreten, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit", unterstrich der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende.

2013 verzeichnete die EKD bundesweit 50.117 Wiedereintritte von Ausgetretenen, Erwachsenentaufen von zuvor Konfessionslosen sowie Übertritte aus anderen christlichen Kirchen. In den katholischen Bistümern waren es im selben Zeitraum nur insgesamt 12.850.

Die evangelische Kirche verzeichnete nach EKD-Angaben im Jahr 2014 einen Rückgang von 410.000 Mitgliedern. Die katholische Kirche verlor nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz 230.000 Mitglieder. Knapp 218.000 Menschen traten aus der katholischen Kirche aus, was einem Anstieg der Austritte um knapp 22 Prozent entspricht. Die EKD gab bislang noch keine Austrittszahlen bekannt, doch die Angaben einzelner evangelischer Landeskirchen lassen auf deutlich gestiegene Zahlen schließen.

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz zählte Ende 2014 rund 23,94 Millionen Mitglieder in ihren 27 Diözesen, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) rund 22,63 Millionen Mitglieder in ihren 20 Landeskirchen.

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