Katholische Laien fordern veränderte Haltung zur Familie

Katholische Laien fordern veränderte Haltung zur Familie
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat sich bei seiner Frühjahrsversammlung in Würzburg für eine veränderte Haltung der Kirche zur Familie ausgesprochen.

Es sei an der Zeit, "zwischen der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie und der heutigen Lebenswelt der Gläubigen Brücken zu bauen", teilte der Zusammenschluss der katholischen Laien in Deutschland am Samstag in Bonn mit. "Familien und Partnerschaften sollten in ihrer Vielfalt von der Seelsorge der Kirche angesprochen und begleitet werden."

So plädierte das Gremium unter anderem für eine veränderte Haltung in Fragen der Sexualethik, der Bewertung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften und der vollen Einbindung von geschiedenen und zivil wiederverheirateten Gläubigen. Die Kirche müsse den Mut haben, alle Gläubigen zum Miteinander einzuladen. Mit Blick auf die im Oktober stattfindende Weltbischofssynode müsse die kirchliche Lehre unter Einbeziehung der jeweiligen Lebenswelt der Menschen weiterentwickelt werden.

Dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken gehören Vertreter von Diözesanräten, Verbänden und Vereinen sowie weitere Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft an. Unter den Mitgliedern sind Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Das Zentralkomitee berät unter anderem die Deutsche Bischofskonferenz.

Präsident des Komitees ist der frühere bayerische Landtagspräsident und CSU-Politiker Alois Glück, der im Herbst aus dem Amt ausscheidet. Wichtigstes Organ ist die Vollversammlung mit rund 230 Mitgliedern. Die Vollversammlung trifft sich zweimal im Jahr für jeweils zwei Tage, um Richtlinien für die Arbeit des Komitees festzulegen.

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