Neu gebaute Epiphaniaskirche wird geweiht

Das neue Gemeindezentrum Epiphaniaskirche im Schnee.
Pia Bayer/dpa
Rund zwei Millionen Euro hat die neue Kirche der Kirchengemeinde Laineck gekostet, deren Spatenstich im Sommer 2024 erfolgte.
Neue Kirche in Bayreuth
Neu gebaute Epiphaniaskirche wird geweiht
Bayreuth hat eine neue evangelische Kirche bekommen. Der wohl für lange Zeit letzte Kirchenneubau in Bayern wird am 6. Januar geweiht.

Martin Dörnhöfer ist bewusst, dass das, was am 6. Januar im Bayreuther Gemeindeteil Laineck passiert, wohl für viele Jahre einzigartig in Bayern bleiben wird. An diesem Tag wird die neu gebaute Epiphaniaskirche eingeweiht. "Wir sind sehr dankbar dafür und es ist auch viel Demut dabei", sagt der Vertrauensmann des Kirchenvorstands dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Viele Kirchen müssten sich aktuell von Gebäuden trennen, weil die bayerische evangelische Landeskirche den Bestand auf Dauer um bis zu 50 Prozent reduzieren will. "Auch wir mussten uns von unserem Pfarrhaus trennen", erzählt Dörnhöfer. Einen Teil des Grundstücks habe man außerdem an die Regens-Wagner-Stiftung verkauft, die dort ein Wohnheim für Menschen mit Behinderungen bauen werde.

Dass in einer Zeit des Sparens trotzdem eine neue Kirche gebaut wird, liegt an dem langen Planungsprozess. "Wir planen diesen Kirchbau seit 20 Jahren", so der Vertrauensmann. Vor über 50 Jahren habe die Kirchengemeinde Laineck ein Behelfsgebäude als Kirche bekommen. "Es war damals schon klar, dass dieses Gebäude maximal 40 Jahre halten wird." Inzwischen sei es so marode, dass es nicht mehr genutzt werden kann, sagt Dörnhöfer. Wenn die Gemeinde in ihre neue Kirche zieht, werde das Gebäude daher abgerissen.

20 Jahre Spendensammeln

Rund zwei Millionen Euro hat die Kirche gekostet, deren Spatenstich im Sommer 2024 erfolgte. Ein Drittel kommt laut Dörnhöfer von der Landeskirche, zwei Drittel von der Gemeinde selbst. "Wir sammeln schon seit 20 Jahren Spenden für diesen Neubau", sagt das Kirchenvorstandsmitglied, das diesen Prozess schon seit 15 Jahren begleitet. "Von Socken stricken über Kartoffeln verkaufen bis hin zu Stuhl-Patenschaften, die wir aktuell anbieten." 2011 wurde der "Evangelische Kirchbauverein Laineck" gegründet. Durch die überwältigende Unterstützung aus der Gemeinde und der Region habe man mit vielen Kleinstspenden viel erreichen können.

Nach rund anderthalb Jahren Bauzeit ist die neue Kirche, die nur wenige Meter neben der bisherigen steht, fertig. "Sie ist deutlich kleiner. Statt 280 Sitzplätzen haben wir noch maximal 160 Sitzplätze", erklärt Dörnhöfer. Dafür könne der Kirchenraum flexibel genutzt werden, zum Beispiel von der Yoga-Gruppe oder der Mutter-Kind-Gruppe - auch im Winter, dafür sorge die moderne Luftwärmepumpe. "Im Grunde ist es nicht nur eine Kirche, die entstanden ist, sondern ein multifunktionales Gemeindezentrum", sagt Dörnhöfer. Den solitär stehenden Kirchturm habe man erhalten können und um zehn Meter versetzt.

Einweihung am Epiphaniastag

Am 6. Januar, dem Epiphaniastag ("Erscheinung des Herrn"), wird die neue Epiphaniaskirche endlich eingeweiht. "Wir hatten dazwischen nicht mehr daran geglaubt, dass es funktioniert, deshalb freuen wir uns umso mehr", so der Vertrauensmann. Um 9.30 Uhr wird Regionalbischöfin Berthild Sachs zunächst die alte Kirche entwidmen. Danach folgt ein gemeinsamer Gang in die neue Kirche, die dann feierlich eingeweiht wird. Am 4. Januar haben sich die Gemeindeglieder in einem Dankgottesdienst bereits von ihrer "alten" Kirche verabschiedet. "Ein Stück Abschiedsschmerz ist schon dabei", erzählt Dörnhöfer. "Menschen haben darin geheiratet, ihre Kinder getauft oder sich von Angehörigen verabschiedet. Aber die Freude über das Neue überwiegt."