Kirchenvorstandswahlen in der EKHN: Mehr Frauen, weniger Wahlbeteiligung

Wahlurne

Foto: fotolia/Igor Stevanovic

Kirchenvorstandswahlen in der EKHN: Mehr Frauen, weniger Wahlbeteiligung
In 1.131 Gemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist am vergangenen Sonntag (26. April) über die Zusammensetzung der Kirchenvorstände für die nächsten sechs Jahre entschieden worden.

Gewählt wurden rund 11.000 Mitglieder für die jeweiligen Leitungsgremien der Kirchengemeinden. Zur Wahl aufgerufen waren 1,47 Millionen evangelische Kirchenmitglieder ab 14 Jahren. Kirchenweit betrug die Wahlbeteiligung nach einer ersten Hochrechnung etwa 18,5 Prozent. Es zeichnet sich auch ab: Die evangelischen Kirchenvorstände in Hessen und Nassau werden ein wenig weiblicher und haben mehr Mitglieder unter 30 Jahren. Die neue Amtsperiode beginnt am 1. September.

Wahlbeteiligung leicht gesunken

Die Wahlbeteiligung ist mit 18,5 Prozent etwa so hoch wie vor zwölf Jahren (19 Prozent). Die Beteiligung erreichte aber nicht ganz das Ergebnis von 2009. Damals gingen 20,5 Prozent der Evangelischen an die Wahlurnen. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede. Wie bei den zurückliegenden Wahlen war die Beteiligung in ländlichen und kleinen Gemeinden, die mitunter Wahlbeteiligungen von über 50 Prozent erreichen wie beispielsweise im oberhessischen Rudlos (81,4 Prozent), deutlich höher als in größeren und städtischen Gemeinden, bei denen oft weniger als zehn Prozent der Kirchenmitglieder an die Wahlurnen treten.

Briefwahl stark gestiegen

Noch einmal gestiegen ist der Anteil der Briefwählerinnen und -wähler. Diesmal nutzten etwa 41 Prozent der Evangelischen die Möglichkeit, ihre Stimme per Post abzugeben. 2009 waren es bereits über 30 Prozent der Wahlberechtigen. 160 Gemeinden organisierten eine allgemeine Briefwahl, bei der alle Wahlberechtigten die Wahlunterlagen ins Haus bekamen. Die Ergebnisse zeigen, dass in diesen Gemeinden deutlich mehr Gemeindemitglieder abstimmten als bei früheren Wahlen. So steigerte zum Beispiel die innerstädtische Luthergemeinde in Wiesbaden ihre Wahlbeteiligung gegenüber 2009 um mehr als 7 Prozentpunkte auf 18,8 Prozent in diesem Jahr. In Beerfelden im Odenwald stieg die Wahlbeteiligung bei allgemeiner Briefwahl um 13,5 Prozentpunkte auf nunmehr 35,8 Prozent.

Mehr Unter 30-Jährige gewählt

Es zeichnet sich auch ab, dass erneut Frauen die Mehrheit in den Vorständen besetzen werden. Mit 58,8 Prozent der Sitze konnten sie ihren Anteil gegenüber 2009 (58 Prozent) noch einmal leicht steigern. Die Gruppe der jüngeren Kirchenvorstände bis zu einem Alter von 30 Jahren wird aktuell mit 7,5 Prozent (2009: 5,6 Prozent) vertreten sein. Allerdings ging die Zahl der 30 bis 40 Jahre alten Delegierten auf 8,9 Prozent gegenüber 11,5 bei der vergangenen Wahl zurück. Zwischen 40 und 60 Jahre alt sind in den neuen Leitungsgremien 55,4 Prozent (2009: 58,5 Prozent). Mit 28,4 Prozent sind die 60 bis 70 Jahre alten Delegierten vertreten (2009: 24,2 Prozent). Die evangelische Kirche folgt damit insgesamt doch der demographischen Entwicklung in Deutschland, nach der die Gesamtbevölkerung langsam älter wird.

Wahlen (fast) überall

Nur in zwölf Gemeinden der EKHN konnte keine Wahl durchgeführt werden, weil sich nicht genügend Kandidatinnen und Kandidaten gefunden hatten. Der Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung, dankte allen Kandidatinnen und Kandidaten für ihre Bereitschaft Verantwortung für ihre Kirchengemeinde zu übernehmen: "Viele Tausend Menschen in unserer Kirche sind bereit, ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen. Die leitende Mitarbeit Zehntausender Ehrenamtlicher ist ein großer Schatz der evangelischen Kirche. Unter ihnen nehmen die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher eine besondere Stellung ein, denn sie prägen entscheidend das Bild der Kirche vor Ort." 

Nachdenklich zeigte sich Jung über die leicht gesunkene Wahlbeteiligung. Offensichtlich falle es trotz aller Bemühungen wie im staatlichen Bereich auch der Evangelischen Kirche schwer, Menschen für Wahlen zu motivieren. Jung: "Wir werden auch zukünftig deutlich machen, dass Menschen in unseren Gemeinden und unserer Kirche mitreden und mitentscheiden können. Wir laden alle Kirchenmitglieder ein, sich für Gottesdienste und diakonische Arbeit, für Gemeinschaft und den christlichen Glauben einzusetzen."

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