Obduktion: Argentinischer Staatsanwalt erschoss sich selbst

Obduktion: Argentinischer Staatsanwalt erschoss sich selbst
Der argentinische Sonderstaatsanwalt Alberto Nisman (51) hat sich laut Obduktion selbst erschossen.

Es gebe keinen Zweifel, dass Nisman sich selbst umgebracht habe, sagte die zuständige Staatsanwältin Viviana Fein am Montagabend (Ortszeit) in Buenos Aires nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung. Nun werde untersucht, ob der Jurist zu dem Suizid gedrängt worden sei.

Nisman hatte zu dem Anschlag auf das jüdische Zentrum in Buenos Aires im Jahr 1994 ermittelt. Vor wenigen Tagen hatte er Präsidentin Cristina Kirchner und Außenminister Héctor Timerman beschuldigt, die Ermittlungen zu verschleiern. Am Sonntag wurde er mit einer Schusswunde im Kopf tot im Badezimmer seiner Wohnung in Buenos Aires aufgefunden.


Am Montagabend gingen spontan mehrere Tausend Menschen in der Hauptstadt Buenos Aires auf die Straße. Viele trugen Plakate mit der Aufschrift "Ich bin Nisman". Mit rhythmischem Klatschen und Kochtopfschlagen forderten sie Aufklärung über die Todesumstände des Staatsanwalts. Spontane Kundgebungen wurden auch aus den Städten Mendoza und Salta gemeldet.

Nisman war seit 2004 für die Aufklärung des Anschlags auf das Gebäude des jüdischen Hilfswerks Amia zuständig. Bei dem Bombenanschlag im Juli 1994 waren 85 Menschen getötet und etwa 300 verletzt worden. Für den Anschlag machte Nisman vor allen den Iran verantwortlich. Bis heute wurde niemand für die Tat verurteilt.

Präsidentin Kirchner warf er vor, mit dem Iran die Lieferung von Erdöl gegen die Straflosigkeit der iranischen Verdächtigen ausgehandelt zu haben. Kirchner selbst habe den Auftrag erteilt, das juristische Vorgehen gegen den Iran einzustellen und die internationalen Haftbefehle von Interpol gegen mehrere iranische Beschuldigte zurückzuziehen. Nisman erstattete Anzeige und forderte die Vernehmung der Präsidentin.

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