Landesbischöfin Junkermann fordert mehr Engagement gegen Altersarmut

Landesbischöfin Junkermann fordert mehr Engagement gegen Altersarmut
Die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann hat zu mehr Engagement gegen Altersarmut aufgerufen. Vor allem die Bundespolitik, aber auch die Gesellschaft insgesamt sei gefragt, einen solidarischen Ausgleich zu finden, sagte Junkermann in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Magdeburg.

Dazu müsse vor allem eine steuerfinanzierte Basisrente eingeführt werden. Die Länder sollten sich beim Bund für eine solche Grundsicherung einsetzen.

Damit würde laut Junkermann auch ein wichtiges Zeichen gegenüber den betroffenen Menschen gesetzt, dass sie gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft sind. Zudem könnte ihnen damit signalisiert werden, dass sich Nachteile durch eine gebrochene Erwerbstätigkeit nicht auch noch durch eine Verlierer-Erfahrung fortsetzen. Nach Angaben der Diakonie Mitteldeutschland haben 2013 mehr als die Hälfte aller Neurentner Einkünfte unterhalb des Grundsicherungsniveaus bezogen.

Der Anstieg der Altersarmut sei erschreckend, betonte die Bischöfin. Die Ursache läge für viele Senioren in der DDR-Geschichte und insbesondere in der Entwicklung nach 1990. Sie hätten vor allem wegen geringfügiger Beschäftigungen oder Leiharbeit weniger Rentenansprüche sammeln können. "Das macht die Menschen zu Hilfsempfängern und nimmt ihnen ihre Würde", kritisierte Junkermann.

Starke Benachteiligung in ländlichen Regionen

Besonders benachteiligt sei die ältere Generation in strukturschwachen ländlichen Gebieten in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Neben den finanziellen Ungerechtigkeiten sei besonders dort die gesellschaftliche Teilhabe der Menschen wegen der geringen kulturellen und sozialen Angebote eingeschränkt.

Die Kirche ihrerseits engagiere sich im politischen Diskurs sowie mit Angeboten gegen soziale Armut und Vereinzelung vor allem in ländlichen Regionen. Tragende Säulen seien dabei neben kirchlichen Angestellten viele ehrenamtliche Helfer. Dabei stehe im Mittelpunkt, einen Rahmen für Begegnungen sowie seelsorgerliche Besuchsdienste zu schaffen.

"Ich appelliere an die Kirchengemeinden, dieses Engagement wo es nötig ist zu verstärken und vor allem Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen", sagte die Landesbischöfin. Der Kirche komme zugute, dass sie auf dem Land flächendeckend präsent sei. Jedoch könne die Kirche sozialpolitische Fehlentwicklungen nicht komplett ausgleichen.

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