Wirtschaftsverband DIHK geht auf Müllers Textilbündnis zu

Wirtschaftsverband DIHK geht auf Müllers Textilbündnis zu
Nach monatelangem Zögern geht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auf das Bündnis für bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie zu.

"Der DIHK will sich in das von Entwicklungsminister Müller initiierte Textilbündnis einbringen, auch wenn wir nicht mit allen Details und den darin enthaltenen Verpflichtungen einverstanden sind", sagte der DIHK-Referatsleiter für Außenwirtschaft und Entwicklungspolitik, Heiko Schwiderowski, dem Evangelischen Pressedienst (epd).


Mit dem Textilbündnis will Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) deutsche Firmen nach tödlichen Fabrikunglücken in Pakistan und Bangladesch auf Mindeststandards in ihren internationalen Produktionsketten verpflichten. Der Wirtschaftsverband DIHK plant noch keinen Beitritt, erwägt aber eine Mitgestaltung. Schwiderowski: "So wollen wir zum Beispiel mit Unterstützung der Außenhandelskammern die Position der in den betroffenen Ländern engagierten deutschen Unternehmen sichtbar machen."

Der DIHK vertritt mehr als drei Millionen Unternehmen in Deutschland und ist damit der größte Verband der gewerblichen Wirtschaft. Das Textilbündnis von Unternehmen, Gewerkschaften und Hilfswerken wurde vielfach kritisiert, weil die Regeln freiwillig sind und sich die großen Modehäuser ohnehin bisher nicht anschlossen.

Minister Müller zeigte sich davon überzeugt, dass in der deutschen Textilwirtschaft ein großes Verantwortungsbewusstsein herrscht. "Und deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir zu einer breiten Zusammenarbeit im Textilbündnis kommen", hatte Müller in einem Interview der "Südwestpresse" (Freitagsausgabe) erklärt.

Zudem stehe das Thema Arbeitsstandards beim Gipfel der sieben wichtigsten Industrienationen (G-7) im Juni 2015 in Bayern auf der Tagesordnung. "Da ist mehr Bewegung drin, als ich mir vor einem Jahr hätte vorstellen können", sagte Müller. Die Firmen müssten ihren Kunden erklären, ob sie auf Kinderarbeit verzichteten und ihren Näherinnen mehr als 15 Cents die Stunde zahlten.

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