Staeck: Nuhrs Islam-Witze von Meinungsfreiheit abgedeckt

Staeck: Nuhrs Islam-Witze von Meinungsfreiheit abgedeckt
Der Präsident der Berliner Akademie der Künste ist überzeugt, dass die Gerichte das Gut der Meinungsfreiheit so hoch bewerten, dass sich der Komiker keine Sorgen zu machen brauche. Ein Muslim hatte Nuhr wegen "Beschimpfung des Islam" angezeigt.

Der Präsident der Berliner Akademie der Künste, Klaus Staeck, hält die Anzeige gegen den Kabarettisten Dieter Nuhr wegen mutmaßlicher religiöser Beleidigung für aussichtslos. Nuhr nehme nur sein Recht auf Meinungsfreiheit wahr, sagte Staeck am Montag im Deutschlandradio Kultur. Da dieses Recht von deutschen Gerichten sehr ernst genommen werde, müsse sich Nuhr juristisch "keine großen Sorgen" machen, ergänzte Staeck, der selbst Jurist ist. Natürlich dürfe man über Götter spotten, betonte der Akademiepräsident.

Zu behaupten, Nuhr sei ein Hassprediger, sei "absurd", sagte Staeck. Der Grafiker forderte, sich nicht von religiösen Fanatikern einschüchtern zu lassen. "Wenn wir nur noch alle vorsichtig sind, wo der andere sich möglicherweise verletzt fühlen könnte, dann können wir von Meinungsfreiheit nicht mehr groß reden", erklärte er. Angst zu bekommen, weil andere Leute möglicherweise gewalttätig werden könnten, sei ein falscher Ratgeber.

Ein Muslim aus Osnabrück hatte Nuhr in der vergangenen Woche wegen "Beschimpfung von Bekenntnissen und Religionsgesellschaften" angezeigt. Erhat Toka wirft dem Kabarettisten vor, mit seinen Witzen über die Religion Islamfeindlichkeit zu schüren. Am Rande eines Gastspiels in der niedersächsischen Stadt demonstrierten rund 20 Muslime gegen Nuhrs Parodien. Der Kabarettist wehrte sich gegen den Vorwurf der Islamfeindlichkeit. In Zeitungsinterviews betonte er aber, dass er er weiter vor den Gefahren des radikalen Islam warnen werde.

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