Ebola weiter außer Kontrolle - mehr als 3.300 Tote

Ebola weiter außer Kontrolle - mehr als 3.300 Tote

Auch die neuesten Ebola-Zahlen der Weltgesundheitsorganisation machen keine Hoffnung auf eine baldige Eindämmung der Epidemie. Zwar wurden zuletzt in Westafrika insgesamt weniger Neuinfektionen gemeldet, doch die Übertragungskette ist laut WHO noch lange nicht durchbrochen. Bis Ende September wurden demnach fast 7.200 Ebola-Fälle registriert, mehr als 3.300 Menschen sind gestorben. Die Dunkelziffer wird weit höher geschätzt.

Die Hilfsorganisation "Save the Children" schlug am Donnerstag aus Sierra Leone Alarm. Die Zahl der Ebola-Fälle dort steige stärker an als bisher vermutet. Inzwischen gebe es stündlich fünf neue Infektionen. Alleine in der vergangenen Woche seien 765 neue Fälle registriert worden. Dem stünden landesweit nur 327 Krankenhausbetten gegenüber. "Die Epidemie droht sich im ganzen Land zu verbreiten wie ein Lauffeuer, mit einer Verdopplung der Infektionen alle drei Wochen", warnte Landesdirektor Rob MacGillivray.

Die WHO stufte unterdessen die Entwicklung von zwei Impfstoffen als vielversprechend ein. Angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus müssten die Substanzen so schnell wie möglich und in großen Mengen ausgeliefert werden, betonte die Organisation. Ziel sei eine Verteilung "in wenigen Monaten". Für die Tausenden Erkrankten in Liberia, Sierra Leone und Guinea kommt dies allerdings zu spät.

Ein möglicher Impfstoff wird von der britischen Pharmafirma GlaxoSmithKline in Zusammenarbeit mit einem US-Regierungsinstitut entwickelt. Die Forscher hätten die Stoffe im September an ersten Versuchspersonen in den USA und in Großbritannien getestet, erklärte die WHO. Der zweite mögliche Impfstoff entstehe in den Labors der kanadischen Gesundheitsbehörde in Winnipeg. Die US-amerikanische Firma NewLink Genetics Company halte die Lizenzrechte an der Substanz. Erste Testreihen mit Versuchspersonen seien für Anfang Oktober in den USA geplant.

Bislang existieren keine zugelassenen Impfstoffe und Heilmittel gegen Ebola. Auf der Suche nach Gegenmitteln meldeten Mediziner in Thailand am Donnerstag einen Fortschritt: Ihnen gelang es nach eigenen Angaben, Antikörper zu entwickeln, mit denen man das Virus stoppen kann. Diese sollen nun in Tierversuchen getestet werden. Bis zu einer möglichen Massenproduktion könne es allerdings mindestens ein Jahr dauern.

Nach dem ersten in den USA diagnostizierten Ebola-Fall werden laut Medienberichten rund 20 Kontaktpersonen, darunter auch mehrere Kinder, genau beobachtet. Bislang seien noch keine Symptome bekanntgeworden. Der Patient sei in einem ernsten Zustand. Der Liberianer war zu einem Verwandtenbesuch in die USA gereist, Krankheitszeichen traten erst dort auf. Bei einem ersten Besuch im Krankenhaus wurde der Mann den Berichten zufolge nicht auf Ebola untersucht, weil die Informationen über Herkunft und Reiseweg des Patienten nicht an die Ärzte weitergeleitet worden seien.

Sollte ein Ebola-Fall in Deutschland auftreten, wäre ein Ausbreitung des Virus nach Angaben des Robert-Koch-Instituts praktisch ausgeschlossen. Dafür sorgen unter anderem gute Möglichkeiten der schnellen Diagnose, Isolierung und dem Nachvollziehen von Kontakten. Bei Erhärtung eines Ebola-Verdachts stehen Sonderisolierstationen zur Verfügung.

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