Experte rechnet mit Ebola-Ausweitung

Experte rechnet mit Ebola-Ausweitung
Die Seuche Ebola werde sich zunächst weiter ausbreiten, ehe man sie eindämmen könne, erwartet der US-Wissenschaftler Thomas Frieden. Vor allem Pflegepersonal und Angehörige müssten geschützt, Bestattungsrituale verändert werden.

Der US-Wissenschaftler Thomas Frieden befürchtet einen weiteren Anstieg der Ebola-Fälle in Afrika. "Unglücklicherweise sind wir noch nicht auf dem Gipfel", sagte der Leiter der amerikanischen Seuchenbehörde bei einem Besuch in Liberia in einem am Mittwoch (Ortszeit) verbreiteten Interview des amerikanischen Radiosender NPR. "Es wird schlimmer, bevor es besser wird." Inzwischen ist die Zahl der Infizierten laut WHO auf 3.069 gestiegen, 1.552 Menschen sind bisher an Ebola verstorben.

Im Nachrichtensender CNN zeigte sich Frieden dennoch zuversichtlich: "Wir können Ebola stoppen." Das wichtigste sei der Schutz des Gesundheitspersonals und der pflegenden Angehörigen. Zugleich müssten die Familien die Bestattungsrituale ändern, da die gestorbenen Ebola-Kranken besonders ansteckend seien. Dazu sei umfassende Aufklärung notwendig. Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen.

In Westafrika infizierten sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher mehr als 2.600 Menschen mit der Fieberkrankheit, von denen mehr als 1.400 starben. Laut Frieden gab es nie so eine explosionsartige Ausbreitung von Ebola in städtischen Gebieten wie derzeit in Liberia, Guinea und Sierra Leone. Das wahre Ausmaß der Epidemie sei viel größer als die Statistik ausweise. Viele Fälle würden nicht erkannt und nicht erfasst.

Je länger die Epidemie dauere, desto größer sei das Risiko, dass der Virus in ein anderes Land getragen werden, warnte Frieden. Die betroffenen Länder bräuchten schnelle Hilfe. "Die Welt kann Liberia und Westafrika nicht isolieren", sagte er.
 

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