Aids-Hilfe: Zahl der Drogentoten ließe sich senken

Aids-Hilfe: Zahl der Drogentoten ließe sich senken
Unter dem Motto "Leben retten!" erinnert die Deutsche Aids-Hilfe am Montag an die gestorbenen Drogenkonsumenten.

Aus diesem Anlass weist die Organisation darauf hin, dass viele Todesfälle vermeidbar wären, wenn es flächendeckende Hilfsangebote gäbe. "Wir könnten die Zahl der Drogentoten in Deutschland erheblich senken", sagte Sylvia Uran, Vorstandsmitglied der Aids-Hilfe.


Die Erfahrungen aus der Praxis sowie Studien zeigten, "dass Drogenkonsumräume, die Substitutionsbehandlung und das Notfallmedikament Naloxon Leben retten", erläuterte Urban. Nach Angaben der Bundesregierung gab es im vergangenen Jahr in Deutschland 1.002 Drogentote. Das entspricht einem Anstieg um sechs Prozent gegenüber 2012.

Urban zufolge könnten Drogenkonsumräume zum Beispiel Infektionen und weitere Gesundheitsschäden verhindern. Trotzdem gebe es solche Einrichtungen in zehn Bundesländern nicht. Zudem erhielten süchtige Menschen in Haft keine sauberen Spritzen und hätten oft keinen Zugang zur Substitution, der Standardbehandlung bei Heroinabhängigkeit. Deshalb fordert die Aids-Hilfe von der Bundesregierung eine neue Strategie der Drogenpolitik.

Der Gedenktag für verstorbene Drogenkonsumenten wird seit 1998 begangen. Schirmherr ist in diesem Jahr Harald Terpe, der sucht- und drogenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion.

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