UN-Naturschutzkonferenz noch ohne Durchbruch

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UN-Naturschutzkonferenz noch ohne Durchbruch
Auch wenige Stunden vor ihren Abschluss ist bei der UN-Konferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt im japanischen Nagoya noch kein Durchbruch gelungen.

Am Konferenzort wurde am Freitag erwartet, dass Gastgeber Japan nach den zweiwöchigen Beratungen nun einen eigenen Vorschlag für ein Protokoll vorlegt, um ein Scheitern der zweiwöchigen Verhandlungen zu verhindern. Darin soll die Aufteilung von wirtschaftlichen Gewinnen aus biologischen Wirkstoffen sowie der Zugriff auf diese Ressourcen (Access and Benefit-Sharing; ABS) geregelt werden. Die Entwicklungsländer sehen sich hier von den Industrienationen und den internationalen Konzernen übervorteilt.

Japans Umweltminister Ryu Matsumoto hatte angekündigt, einen eigenen Vorschlag vorzulegen, sollten sich die Delegierten aus 193 Staaten nicht bis Mitternacht am Donnerstag auf einen gemeinsamen Entwurf einigen. Die Konferenz geht an diesem Freitag zu Ende.

Einigung auf das ABS-Protokoll wichtig

Die Entwicklungsländer fordern nicht nur für die Zukunft eine gerechte Beteiligung an den Gewinnen aus der wirtschaftlichen Nutzung der biologischen Wirkstoffe, sondern auch rückwirkend Entschädigung. Sie argumentieren, dass die Industrieländer und die Konzerne die genetischen Ressourcen in ihren Ländern ausgebeutet hätten.

Nach Meinung von Beobachtern wäre die Konferenz gescheitert, sollte es in Nagoya keine Einigung auf das ABS-Protokoll geben. Das Protokoll "ist eng mit den anderen Kernfragen verknüpft", sagte Konstantin Kreiser vom Naturschutzbund. "Die Entwicklungsländer sagen, wenn sie kein gutes Protokoll bekommen, werden sie auch nicht dem Strategieplan zustimmen", mit dem der Verlust der Artenvielfalt bis 2020 gestoppt werden soll. Außerdem geht es um einen Finanzierungsplan für den weltweiten Artenschutz.

"Die Industrieländer wollen den Strategieplan unbedingt", sagte Friedrich Wulf von Friends of the Earth Switzerland. Sie seien sich bewusst, dass eine fehlende Einigung auf das Protokoll Auswirkungen auf andere Bereiche habe. "Japan tut alles, um dieses Protokoll durchzubekommen", so Wulf weiter. "Die gute Nachricht ist, dass alle daran interessiert sind, es zu schaffen."

dpa