Wespen für Jesus!

Wespen für Jesus!
Manche Kirchengemeinden beschäftigen seltsame Mitarbeitende: Wespen!

Langsam wird es wieder wärmer. Endlich beginnt die Zeit, wo wir wieder draußen sitzen können. Gemütlich um den Grill versammelt, bei einem schönen Bier, für die Kinder süße Limonade. Ja, genau, süß! Und Fleisch! Das finden diese kleinen nervigen Viecher auch wieder ganz toll. Plötzlich schwirrt es allüberall von diesen Wespen, der Genuss ist vorbei, denn insbesondere die Kinder sind natürlich überhaupt nicht zu halten vor lauter Angst, gestochen zu werden.

Dann am besten noch ein schönes großes Wespennest im eigenen Schuppen! Schon ist es mit dem Genuss im Freien endgültig vorbei. Kein Wunder, dass manche zu ziemlich rabiaten Methoden greifen. Ich erinnere mich an einen Fall, da jemand ein Wespennest ausräuchern wollte und letzten Endes seine ganze Scheune abfackelte. Ob die Wespen nachher wenigstens auch weg waren, habe ich nie erfahren. Die Scheune jedenfalls war es.

Eventuell ist ja die Tradition, den Ausgang einer Papstwahl durch weißen beziehungsweise schwarzen Rauch anzuzeigen, auch ursprünglich von einem Wespenbefall des Konklave entstanden? Historiker sollten dieser Theorie vielleicht einmal nachgehen. Dagegen spricht allerdings, dass uns kein abgebranntes Konklave in der Geschichte bekannt ist.

Außerdem gibt es ja einen Ort, an dem man bisher vor diesen Viechern ziemlich sicher war: Die Kirche! Kühl, ohne Süßes oder Fleischiges, das sie anlocken könnte. Klare Luft. Halt leider auch kein Ort, an dem man normalerweise einen Grill anschmeißen und abends noch ein wenig bei einem Bierchen in der Sonne sitzen würde. Trotzdem: Weitgehend wespenfrei.

Bis jetzt.

Denn seit einiger Zeit bringen manche Kirchengemeinden absichtlich Wespen in die Kirche! In Worten: A-B-S-I-C-H-T-L-I-C-H!!! Wie kann man nur! Nicht mal in der Kirche findet der von gemeinen Stechviechern Verfolgte mehr Asyl!

Nein, nein, ich kann Sie beruhigen. Ja: In der Tat werden in manchen Kirchen mittlerweile Wespen ausgesetzt. Es handelt sich allerdings um speziell gezüchtete Schlupfwespen, die gar nicht stechen, sondern ausgesprochen nützlich sind. Sie fressen nämlich die Holzwürmer! Selbige halten sich ja ganz gerne in Kirchen auf, da die Inneneinrichtung oft zu einem großen Teil aus ihrer Lieblingsspeise besteht. Paradiesische Zustände! Bänke, Kanzel, die Brüstung, die Orgel, ja sogar das Kreuz: Alles essbar! So was wie das Schlaraffenland für Holzwürmer, besser gesagt: Nagekäfer. Die Menschen mögen das dann eher nicht so gerne. Denn stellen Sie sich vor, was passiert, wenn Jesus Jesus am Kreuz auf einmal Löcher bekommt und Holzstaub herausrieselt! Nein, das wollen wir nicht sehen. Und Ausräuchern ist auch nicht so toll. Ist immer doof, wenn dann die ganze Kirche weggebrannt ist. Dann gibt es noch die moderne Möglichkeit, das Haus Gottes mit Insektengift zu fluten, was auch ein wenig pietätlos und wenig umweltfreundlich erscheint. Darum: Wespen!

Ganz ohne Chemie legen die Schlupfwespen ihre Eier auf den Holzwurm-Larven ab, wodurch diese absterben. Sollten die Holzwürmer (bzw. Nagekäfer) irgendwann in dieser Kirche ausgestorben sein, ziehen die Schlupfwespen weiter oder gehen selber ein. Geniale Idee!

Inwieweit wespliche Verdauungsgeräusche die Andacht im Gottesdienst stören, konnten wir leider nicht herausfinden. Auch nicht, ob in der Kirche verstorbene Holzwurmlarven irgend eine engere Beziehung zur Auferstehung haben könnten. Was machen dann aber die ganzen Holzwürmer im Holzwurmhimmel? Schwierig. Aber auf jeden Fall gut fürs Kreuz.

http://www.gutenstetten-evangelisch.de/informationen/aktuelles.html

weitere Blogs

Dekorierte Kirche mit Menschen
Über 250 Teilnehmende kamen in die Wiener Votivkirche, um den diesjährigen Queeren Kreuzweg „Fluchtweg“ mitzuerleben. Weitere Aufführungen in verschiedenen österreichischen Städten folgen.
Der bibelenthusiastische Teil der Christenheit kennt nicht nur Texte, die zu den verschiedenen Sonntagen gehören, sondern auch Bibelverse für die Woche, für den Tag, für das Jahr - und den Monat. Der Monat März 2026 hat als Vers: „Da weinte Jesus.“ (Johannes 11,35).
Eine Wiese mit Krokussen
Gestern war Vollmond - an vielen Orten Deutschlands bot sich ein beeindruckendes Bild, da der Mond in besonderer Größe zu sehen war. „Wurmmond“ wird dieser Mond vor dem Frühlingsanfang astronomisch genannt. Das klingt nicht schön, kommt aber aus indigenen Traditionen: Indigene Menschen stehen in enger Verbundenheit mit der Natur - und so beobachten sie, dass mit diesem Mond die Würmer wieder vermehrt aus der Erde kommen: Neues Leben bricht auf, die harte Zeit des Winters ist vorbei!