Mittelalterliche Missionsstrategien modern

Mittelalterliche Missionsstrategien modern

„Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein.“ So proklamierte es die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1948 in Amsterdam. Hätten das mal unsere Vorfahren beherzigt, die in den Jahrhunderten davor – aus missverstandenen „christlichen“ Motiven – die Welt oft genug mit Krieg überzogen haben. Mission mit vorgehaltener Waffe, Kriege um die rechte Auslegung der frohen Botschaft, Folter und Verbrennung von „Ketzern“. Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen: Ich schäme mich für das, was Christen da an Leid über die Welt gebracht haben. Trotzdem glaube ich, dass wir eigentlich eine gute, frohe, froh machende Botschaft haben. Doch viele sagen: Das, was diese Christen damals veranstaltet haben – das macht das Christentum als Ganzes unglaubwürdig. Kann ich irgendwie verstehen.

####LINKS####Der Künstler Kris Kuksi hat diesen Widerspruch zwischen gelebtem Glauben und militärischem Auftreten in einigen seiner Skulpturen auf den Punkt gebracht. „Church tanks“ nennt er sie: Romanische und gotische Kathedralen, gebaut auf einem modernen Panzerfahrzeug. Komplett mit Geschützturm, Ketten und allem Drum und Dran. Motto: Bekehr dich, oder ich knall dich ab! Ja, so war das leider wirklich viel zu oft. Falsch verstandenes Christentum.

Auch wenn die Fotos sehr realistisch aussehen: Der Turm der ersten abgebildeten Kathedralen ist wohl gerade mal 50 cm hoch. Trotzdem: Ein beängstigendes Bild. Und es transportiert mehr Wahrheit, als mir lieb ist. Ich kann nur hoffen, dass dieses Bild, was die Christen angeht, ein für allemal Vergangenheit ist. Denn: Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein. Auch nicht für den Glauben.

Danke an Jens Arne Männig für den Hinweis.

 

@citykirche_sw Wagenkirche is for wimps. mnng.de/1kb

— Jens Arne Männig (@maennig) 20. April 2013

 

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