Gartenwüsten zu Wüstengärten

Gartenwüsten zu Wüstengärten

Den Plan, eine Hecke zu pflanzen, haben wir etwas modifiziert. Nicht weil wir dagegen wären, eine naturfreundliche Hecke im Garten zu haben, sondern weil wir (mal wieder) die Gesamtplanung umgeworfen haben. Und so haben wir nun einzelne Büsche am Zaun entlang gepflanzt, allesamt insekten- und vogelfreundlich. Eine Zwergmispel, eine Heckenrose, ein Spindelstrauch, ein Schneeball, eine Felsenbirne und zwei Blut-Johannisbeeren begrünen hoffentlich bald den hinteren Teil des Gartens und liefern Nektar, Pollen und Beeren.

Hoffentlich. Denn neu gepflanzte Blümen, Sträucher und Bäume brauchen vor allem eins: Wasser. Und damit sieht es schlecht aus im Moment. In der Heimat des Nieselregens herrscht Dürre. Wegen der anhaltenden Trockenheit und der damit einhergehenden Wasserknappheit wurde gestern von sieben großen Wasserlieferanten in Großbritannien ein hose pipe ban verkündet. Die Wasserstände von Flüssen und Reservoirs sind wegen zwei extrem regenarmen Wintern hintereinander so sehr gesunken, dass die Bewohner des Südens und Ostens Englands ab April weder ihre Autos waschen noch ihre Gärten bewässern dürfen.

Treffen wird es jedoch vor allem die Gemüsebauern, die ebenfalls nur noch eine begrenzte Menge Wasser verbrauchen dürfen. Auch die Tourismusindustrie wird leiden: Die bei Besuchern so beliebten Kanalfahrten in Wohnbooten werden mangels Wasser unterm Kiel vermutlich in großen Teilen ausfallen. In manchen Gegenden hat wegen der niedrigen Pegelstände bereits ein Fischsterben eingesetzt, beschleunigt durch die Tatsache, dass die eingeleiteten Abwässer und Chemikalien weniger verdünnt werden.

Zu stoppen wäre der Notstand nur, wenn die Niederschläge in den nächsten Tagen und Wochen weit über dem Durchschnitt lägen. Aber auch für die Midlands, wo wir wohnen, prophezeien die Voraussagen für die nächsten Wochen alles mögliche, nur keinen Regen, und auch wir werden voraussichtlich bald nicht mehr wässern dürfen. Die bestellten Regentonnen, die noch diese Woche geliefert werden sollen, nützen dann leider auch nicht viel, denn wo es nicht regnet, kann auch kein Regen aufgefangen werden.

Die Gärtnerei, in der wir unsere Büsche gekauft haben, gibt ein Jahr Garantie auf ihre Pflanzen. Ausgenommen sind Regionen und Zeiten, in denen ein hose pipe ban herrscht. Sollten die Neupflanzungen die Trockenphase also nicht überleben, werden wir sie auf eigenen Kosten ersetzen müssen. Ich habe mich schon einmal schlau gemacht, welche Gewächse nicht nur wildtierfreundlich, sondern auch wüstentauglich sind. Für den Fall, dass eine Neuplanung erforderlich wird.

Die Royal Horticultural Society empfiehlt folgende trockenheitstoleranten Pflanzen für einen naturnahen Garten:

  • Grasnelken (besonders für küstennahe Standorte geeignet)
  • Schmetterlingsflieder
  • Flockenblumen (zu deren Familie z.B. Kornblumen gehören)
  • Spornblumen
  • Lavendel
  • Mahonien
  • Katzenminze
  • Dornmyrten
  • Fetthennen
  • Thymian
  • Ginster
  • Bubikopf
  • Königskerzen

(Foto: Wikipedia / Stefan Kühn)

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