Weg, ab, aus – Rückschnitt im Frühling

Weg, ab, aus – Rückschnitt im Frühling

Alle Jahre wieder quälen mich dieselben Fragen: Welche meiner Pflanzen muss/darf/kann/soll ich beschneiden? Wann ist die beste Zeit dafür? Wie und wo muss ich das Messer/die Gartenschere ansetzen? Und: Warum brauchen sie überhaupt einen Rückschnitt?

In diesem Jahr habe ich endlich einige Antworten darauf parat. Ich habe die Winterpause genutzt, um ein wenig zu recherchieren und möchte Ihnen in den nächsten Einträgen an dieser Stelle die Ergebnisse vorstellen. Damit auch Sie Bescheid wissen, wenn in Kürze (hoffentlich) die Gartensaison beginnt und Sie sich fragen: Welche meiner Pflanzen muss/darf/kann/soll ich beschneiden? Wann ist die beste Zeit dafür? Wie und wo muss ich das Messer/die Gartenschere ansetzen? Und: Warum brauchen sie überhaupt einen Rückschnitt?

Wir beginnen mit dem

FRÜHLING (März, April, Mai)

Im Frühling sind die Winterblüher verblüht, bei den anderen lassen die wärmeren Temperaturen die Säfte steigen, Pflanzen bilden neue Triebe, Blüten und Blätter. Der Rückschnitt im Frühjahr hat die Funktion, diese Prozesse zu unterstützen und für ein gutes und gesundes Wachstum zu sorgen. Deshalb:

  1. Alte Stängel und Triebe entfernen (z.B. von Hortensien, Fuchsien, Hibiskus). Triebe, die zum Schutz vor der Kälte und als Winterquartier für Insekten den Winter über stehen gelassen wurden, müssen nun entfernt werden. Auf diese Weise kommt wieder Ordnung ins Beet und wird für frisches Wachstum gesorgt, da sich die Pflanze dann auf die Bildung neuer Triebe konzentriert, statt Energie in das „alte Gestrüpp“ zu stecken. Um die Pflanze allerdings nicht zu früh zum Austreiben anzuregen, sollte dies erst geschehen, wenn keine strengen Fröste mehr drohen.
  2. Größe und Wuchskraft kontrollieren (z.B. von Schmetterlingsflieder, Rosen, Strauchpappeln (Lavatera), Spiersträuchern). Je rigoroser zurückgeschnitten wird, umso kräftiger werden die neuen Triebe. Das bedeutet, dass vor allem dünne, schwache Ästchen ruhig weit zurückgeschnitten werden können. Dies sollte passieren, bevor der Austrieb beginnt, also am besten gleich im März. Außerdem blühen manche Sträucher und Obstsorten nur an den neuen Trieben (s. Punkt 5).
  3. Für mehr Farbe sorgen (z.B. bei Hartriegelgewächsen, Weiden und Schlangenhautahorn). Besonders Hartriegel verleiht dem Garten auch im Winter etwas Farbe – aber nur, wenn er jedes Jahr bis zum Boden zurückgeschnitten wird, denn die Farbe ist auf neuen Trieben am intensivsten. Ohne Rückschnitt verblasst der Strauch langsam.
  4. Krankheiten bekämpfen (z.B. bei Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäumen, Birken und Ahornen). Solange der Baum noch in der Ruhephase ist, kann er bedenkenlos zurückgeschnitten werden. Dazu sich aneinander reibende oder sonstwie beschädigte Äste und Zweige zurückschneiden. Auf diese Weise gelangen auch mehr Licht und Luft zu den innen liegenden Teilen der Pflanze, was für Gesundheit sorgt, indem etwa Mehltau vorgebeugt wird.
  5. Zum Blühen anregen (z.B. Blutjohannisbeeren, Forsythien, Flieder, Kerrie). Viele früh blühende Sträucher entwickeln nur auf neuen Trieben Blüten. Wer also üppige Blütenpracht möchte, schneidet diese Pflanzen am besten gleich nach der Blüte zurück, damit sich neuer Wuchs bilden kann, der dann im nächsten Frühjahr wieder austreibt.

Tipp: Warten, bis die schlimmsten Fröste vorbei sind, sonst wird die Pflanze zum Austrieb animiert und die neuen Blättchen und Knospen laufen Gefahr zu erfrieren.

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