Rastplatz für Körper und Geist

Team der "Trucker-Seelsorge"
© Ev. Medienhaus Stuttgart
Ein offenes Ohr für Sorgen, eine Bibel oder eine Grillwurst. Schwester Inge von der "Trucker-Seelsorge" kümmert sich zusammen mit anderen Christen aus unterschiedlichen Kirchengemeinden um die Fahrer:innen auf einem Rastplatz an der A6.
Trucker-Seelsorge auf Autobahn
Rastplatz für Körper und Geist
Wer am Wochenende auf der Autobahn unterwegs ist, sieht sie an nahezu jedem Rastplatz stehen: Lastwagen mit Kennzeichen aus einer Vielfalt von Ländern. Schwester Inge von der "Trucker-Seelsorge" kümmert sich zusammen mit anderen Christen verschiedener Kirchengemeinden um die LKW-Fahrer:innen auf einem Rastplatz an der A6: Sie verteilt Essen und Getränke und hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen.

"Früher die Könige der Straße – heute die Deppen der Nation", deutliche Worte findet Martin Heubach über das Leben der LKW-Fahrer:innen. Die Trucker liegen ihm besonders am Herzen: Früher war er im Dienst der evangelischen Kirche. Heute ist er regelmäßig mit den anderen Ehrenamtlichen aus verschiedenen Kirchengemeinden auf dem Autobahnrastplatz (Kochertalbrücke an der A6). Er spricht mit Fahrer:innen über ihren Job, über Gott und die Welt. 

Und während auf der einen Autobahnseite gegrillt wird, sind auf der anderen Seite Marina und Eduard auf dem Rastplatz unterwegs: auch sie sind Teil der "Truckerseelsorge" und gehen von LKW zu LKW – mit Bollerwagen, Truckerbibel und Schnitzel im Gepäck.

evangelisch.de bedankt sich beim Ev. Medienhaus Stuttgart für die Kooperation.

Mehr zu Autobahn
<div class="field-zusatzinfo field-info-zusatzinfo-verwendung-1"><p><strong>Stichwort: Autobahnkirchen</strong></p>

<p><a href="http://www.autobahnkirche.de" target="_blank">Autobahnkirchen</a> sind eine deutsche Erfindung - in anderen Ländern sind sie weitgehend unbekannt. Im Jahr 1958 wurde im bayerischen Adelsried an der A 8 München-Stuttgart die erste explizit als Autobahnkirche ausgewiesene katholische Kirche erbaut, "Maria, Schutz der Reisenden". Ein Jahr später entstand die erste evangelische Autobahnkirche in der Dorfkirche von Exter an der A 2 Bielefeld-Hannover.</p>

<p>Inzwischen gibt es <a href="http://www.autobahnkirche.de" target="_blank">44 Autobahnkirchen</a>; 19 evangelische, 8 katholische und 17 ökumenische. Die meisten Autobahnkirchen stehen in den südlichen und westlichen Bundesländern. Der Norden Deutschlands ist weitgehend ein "weißer Fleck": In Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg gibt es keine Autobahnkirchen.</p>

<p>In Niedersachsen sind die nördlichsten die ökumenischen Kapellen an der A31 am Rastplatz Heseper Moor und an der A1 am Rasthof Dammer Berge. In Mecklenburg-Vorpommern an der A 19 Berlin-Rostock in Kavelstorf liegt eine evangelische Autobahn- und Gemeindekirche.</p>

<p>Die Konferenz der Autobahnkirchenpfarrer hat Kriterien für solche Gotteshäuser festgelegt: Sie müssen unter anderem eine direkte Autobahnanbindung haben und über Parkplätze verfügen. Einheitliche Standards für die Gestaltung und theologische Ausrichtung gibt es nicht. Die Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen vernetzt seit den 1990er Jahren die Autobahnkirchen untereinander.</p>

<p>Orte der Ruhe und Besinnung entlang von Reiserouten haben eine lange Geschichte. Für Wanderer und Pilger gab es bereits im Mittelalter Kapellen und Kreuze am Wegesrand. In dieser Tradition stehen die Autobahnkirchen. Die Mehrzahl dient vor allem als Raum der Stille und des individuellen Gebets. Es gibt mancherorts auch regelmäßige Gottesdienste. Besucher können ihre Gedanken oder Gebete in einem Anliegenbuch aufschreiben.</p>

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