Beschneidung

<div class="field-zusatzinfo field-info-zusatzinfo-verwendung-1"><p><strong>Beschneidung:</strong></p>

<p>Mehr als 200 Millionen Frauen und Mädchen weltweit sind an ihren Genitalien verstümmelt. Jedes Jahr kommen nach UN-Schätzungen rund drei Millionen Mädchen hinzu. Dabei werden ihnen die äußeren Genitalien teilweise oder ganz entfernt. In Deutschland sind nach einer Dunkelzifferstatistik von "Terre des Femmes" mehr als 100.000 Mädchen und Frauen betroffen und bis zu 17.200 Mädchen davon bedroht.</p>

<p>Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stirbt etwa ein Viertel der Opfer während der Verstümmelung oder an deren Folgen. Oft wird die Beschneidung mit stumpfen, ungereinigten Messern oder anderen Werkzeugen vorgenommen. Dabei kann es zu Schocks, starken Blutungen und Infektionen kommen. Die Beschnittenen leiden teils lebenslang an den psychischen Folgen und chronischen Schmerzen, beispielsweise beim Wasserlassen oder während der Menstruation, oder werden unfruchtbar. Natürliche Geburten sind oft unmöglich oder lebensbedrohlich für Mutter und Kind.<br />
Die Genitalverstümmelung soll der Tradition zufolge Schönheit, Keuschheit und die Heiratschancen der Mädchen und Frauen steigern. Der soziale Status und die Ehre der Familie hängen in einigen Kulturen von der Beschneidung der weiblichen Mitglieder ab. Meist werden die Mädchen entweder kurz nach der Geburt oder im Kindesalter verstümmelt, je nach Tradition aber auch in der Pubertät, unmittelbar vor oder nach der Eheschließung oder nach der ersten Entbindung.</p>

<p>Weibliche Genitalverstümmelung ist in etwa 30 afrikanischen Ländern vor allem südlich der Sahara verbreitet. Außerhalb Afrikas wird der Eingriff vor allem in arabischen Ländern wie Oman und dem Jemen oder im asiatischen Raum wie in Indonesien und Malaysia praktiziert. In Europa und Nordamerika lassen immer wieder Migrantenfamilien aus den entsprechenden Ländern ihre Töchter beschneiden, häufig geschieht dies während eines Urlaubs in der Heimat.<br />
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