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Glaube und Theologie
Lieber Herr Pastor,
ich habe eine etwas ungewöhnliche Frage, finde aber darauf nirgends eine Antwort. Vor zwei Jahren begegnete mir im deutschsprachigen Ausland in einer Kirche ein Mann mit tiefspirituellen Augen. Er fiel mir sofort auf, wir sprachen kurz miteinander und verabschiedeten uns dann. Ich habe in der Zeit immer einmal wieder an ihn und seine so besonderen Augen gedacht.
Für ein Jahr nun lebe ich in einem Privatgelübde, also im freiwilligen Zölibat, um mich zu erproben, bevor ich einem offenen Konvent beitrete, der jedem die Entscheidung über das Zölibat selbst überlässt.
Durch einige Entwicklungen in meinem Leben, denen ich mich gestellt habe und tiefen Schmerz, den ich offenbar gut transformieren konnte, hat sich nun plötzlich ein Fenster zu diesem Mann aufgetan und ich kann mich mit ihm telepathisch austauschen. Ich kenne weder seinen Namen noch seinen Aufenthaltsort. Er schickt mir seit kurzem aber immer wieder sehr kraftvolle Energie und Gedanken, und er versteht auch, was ich ihm erzähle. Ich kann ihn und seine Antworten intensiv spüren.
Nun kam es auch einmal - ich kann nicht mal mehr sagen wie - zu einem tiefen sexuellen Erlebnis ohne jede fremde oder eigene Körperberührung. Ich hätte das vorher nicht für möglich gehalten. Vor Beginn des Zölibats habe ich mir einige Bücher darüber zugelegt. Alle schreiben von genitalen Akten, von denen man sich als im Zölibat lebender Mensch enthalten sollte. Meine Frage nun: Fällt ein ausschließlich telepathisch stattfindender sexueller Akt in diese Kategorie? Gott hat da offensichtlich zwei Menschen "begabt". Ist das eine Gabe, die ich nutzen darf? Dieser Mann ist - wie ich - Jesus tief verbunden. Ich denke, ich habe ihn damals "erkannt", weil Jesus stark aus ihm strahlte. Und ich denke auch, dass ich damals schon begonnen habe, den Jesus in ihm zu lieben. Das macht mir aber die Antwort auf meine Frage nicht leichter!
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und gute Gedanken!