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Glaube und Theologie
Liebe Frau Scholz,
ich bin hin- und hergerissen. Ich bin im Dezember 89 geboren und wuchs in einem nicht-christlichen Elternhaus im Nordosten auf. Christenlehre war mangels christlichem Hintergrund nicht wirklich ein Thema und dennoch interessierte ich mich schon immer für Kirche, so dass ich in der Schule aus eigenem Entschluss am Religionsunterricht teilnahm. Ich bin in jeder Hinsicht ein Zweifler - ob von Natur aus oder aus Gründen meiner depressiven Erkrankung. Ich weiß es leider nicht. Und dennoch habe ich mich entschlossen: Ich wurde Pfingsten 2015 getauft (Taufspruch 2. Samuel 22,33). Trotz großer häufig innerer Widersprüche. Trotz Zweifel. Ich möchte so sehr glauben, beten. Aber ich kann es nicht. Es ist so zermürbend. Und das, obwohl ich häufig - so absurd es klingen mag - daran denke, für die Kirche zu arbeiten oder gar in einem Kloster zu leben. Wie schön muss es auch sein, Pfarrer sein dürfen. Aber ohne das tiefe innere Gefühl, dass Gott mir nahe ist? Ohne das Gefühl, gut aufgehoben zu sein, vertrauen und richtig glauben zu können? All dies erscheint mir so unglaublich widersprüchlich und es stellen sich soviele Fragen. Aber zwei Fragen scheinen mir doch sehr drängend zu sein: Kann man lernen, zu glauben? Und wenn ja, wie?
Herzliche und gesegnete Grüße
Gabriel (Name geändert)