Beziehung und Familie

Sehr geehrter Herr Pfarrer Muchlinsky!

Ich habe eine Frage zu dem Hohelied:

Sie haben es mal als Pro- Argument gewählt für Sex zwischen einem Paar, was sich liebt, weil niemand zu Schaden kommt.

Nun, ich habe mir viele Auslegungen zu dem Hohelied durchgelesen. In Kapitel 3 ab Vers 6 (vor allem Vers 11) beschreibt doch die Hochzeit, oder nicht? Vor diesem Vers wird nur sehnsüchtig das Begehren nach Sexualität beschrieben (wird das vorher nicht als Traum beschrieben?) Und anschließend kommen die beiden sich körperlich näher (nach der Hochzeit).

Ein Buch, was sich der Erotik widmet gibt doch auch moralische Vorgaben. 1. ) In einer Verbindlichkeit ( du bist meins" kommt zig mal im Hohelied vor ) und 2.) Nach der Hochzeit...

Oder sehe ich das falsch? Muss man diese 2. Moral nicht draus ziehen? Wird gar nicht unbedingt von einer Hochzeit gesprochen?

Ich bin selber verlobt und meine Verlobte und ich sind verzweifelt, was Sex vor der Hochzeit angeht. Wir spüren beide, dass nichts falsch sein kann. Aber mein Gewissen sagt mir was anderes ( 2.moral des Hoheliedes).. bitte helfen Sie uns. Meine Verlobte sagt, dass die 2.moral nicht ausgezogen werden muss, weil hier einfach eine Reihenfolge gewählt wird, die damals Sitte war.. (gesellschaftlicher Kontext)

Außerdem zeigt das Gebot der Nächstenliebe, dass wenn etwas in Liebe geschieht, nicht falsch sein kann (Römer 13,10) ..

Wir freuen uns auf Ihre Antwort

S und A.