Aktivist:innen besetzen Schienen in Hamburg

Protest in Hamburg
Marcus Golejewski/dpa/Marcus Golejewski
Mit einer Blockade auf den Gleisen im Hamburger Hafen wollten Aktivist:innen gegen zunehmende Militarisierung protestieren.
Proteste gegen Aufrüstung
Aktivist:innen besetzen Schienen in Hamburg
Rund 80 "Ende Gelände"-Aktivist:innen haben im Hamburger Hafen Gleise blockiert. Der Protest richtet sich gegen die Bundeswehrübung "Red Storm Charlie" und kritisiert Aufrüstung, Waffenlieferungen und die aktuelle Klimapolitik.

Rund 80 Aktivist:innen des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" haben am Freitagmorgen mit einer Sitzblockade Schienen im Hamburger Hafen besetzt. Die Aktion sei Teil der Aktionstage des Bündnisses "Rheinmetall entwaffnen" gegen die Übung "Red Storm Charlie" in Hamburg, teilte "Ende Gelände" mit.

Laut Medienangaben sollen mindestens 20 Züge durch die Aktion gestoppt worden sein. Mehrere Menschen hatten sich an den Schienen fixiert und mussten mit großem Aufwand wieder gelöst werden.

Bei der Übung probt die Bundeswehr eigenen Angaben zufolge zusammen mit Blaulichtorganisationen, Hamburger Behörden und zivilen Unternehmen seit Donnerstag ein fiktives Bündnisfall-Szenario. Die Übung soll bis einschließlich Sonnabend laufen.

"Ende Gelände"-Kritik: Protestbekämpfung, Waffen, Israel, Klima

"Ende Gelände"-Sprecherin Tomke Jansen kritisierte, mit der Übung versuche die Bundeswehr, "die milliardenschwere Aufrüstung durch ein diffuses Bild der Bedrohung zu rechtfertigen. Das massive Polizeiaufgebot dabei zeigt, worum es wirklich geht: Die Polizei und das Militär üben hier gemeinsam, wie sie zusammen in Krisenzeiten Protest bekämpfen können."

Auf den besetzten Gleisen werden laut "Ende Gelände"-Bündnis "normalerweise Rüstungsgüter und Waffen in die ganze Welt verladen, auch nach Israel". Aktionssprecherin Lakshmi Thevasagayam kritisierte, es sei "unerträglich", dass Deutschland weiter Waffen an die israelische Regierung liefere.

Weiter befand sie: "Für uns ist klar, dass wir eine klimagerechte Zukunft nur dann erreichen können, wenn wir den Kreislauf von Aufrüstung und weiterer Militarisierung durchbrechen". Klimagerechtigkeit und Antimilitarismus seien "zwei Seiten desselben Kampfes".