Bikini feiert 80. Geburtstag mit Weltrekord-Versuch

Zwei Frauen sitzen im Bikini an einem See in der Sonne.
Thomas Warnack/dpa
Achtzig Jahre nach seiner Erfindung ist er gleichzeitig alltäglich und extrem geworden - die Rede ist vom Bikini.
Sommerliche Badekleidung
Bikini feiert 80. Geburtstag mit Weltrekord-Versuch
Der Bikini schrieb Filmgeschichte und löste Debatten aus. Am Sonntag wird der 80. Geburtstag des Zweiteilers gefeiert - mit einem Weltrekord-Versuch. Wer Lust und einen Bikini hat, kann daran noch teilnehmen.

Der 80. Geburtstag des Bikinis wird mit einem Weltrekord-Versuch gefeiert: Auf der Insel Usedom sollen am Sonntag (5. Juli) 1.200 bis 1.400 Frauen im Bikini zusammenkommen. Ziel ist es, den bisherigen Rekord aus China zu übertreffen, teilte das BikiniArtmuseum (BAM) mit Sitz in Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. 2012 nahmen in Huludao 1.085 Frauen an einer Bikini-Parade teil. 

Als Geburtstag des Zweiteilers gilt laut dem Museum der 5. Juli 1946. Damals ließ der Ingenieur Louis Réard den Bikini in Paris präsentieren. Da kein Model seinen Körper in das für damalige Verhältnisse skandalös kleine Kleidungsstück stecken wollte, musste Réard eine Nackttänzerin engagieren.

Passend zur gesellschaftlichen Sprengkraft des Kleidungsstücks, gab Réard dem Zweiteiler einen klangvollen Namen: Bikini - benannt nach dem Bikini-Atoll in der Südsee, auf dem die USA zuvor Atombombenversuche durchgeführt hatten.

Bond-Girl machte Bikini gesellschaftsfähig

Zum gesellschaftlichen Durchbruch verhalf dem Bikini laut dem BAM unter anderem die Schauspielerin Ursula Andress. Ihr Auftritt im elfenbeinfarbenen Bikini im 1962 erschienenen Film "James Bond - 007 jagt Dr. No" ist eine der berühmtesten Filmszenen. Der Bikini wurde 2022 bei einer Auktion für mehr als 240.000 Dollar versteigert. Ebenfalls Filmgeschichte schrieb der Metall-Bikini von Prinzessin Leia aus "Star Wars - Die Rückkehr der Jedi-Ritter".

Schauspielerin Carrie Fisher verkörperte die Prinzessin in dem 1983 erschienenen Film. "Die Szene sorgt bis heute für kontroverse Diskussionen über Sexismus und Objektifizierung", erklärt das BAM dazu. Dies mache den Bikini noch mehr zu einem Stück ikonischer Filmgeschichte. Der Original-Bikini ist seit April 2025 im BAM in einem eigens inszenierten Star-Wars-Bereich ausgestellt. Er wurde für rund 175.000 Dollar ersteigert. Als historisch wertvollster Bikini gilt laut dem Museum eine Einzelanfertigung des Erfinders: Der "Goldene Réard". Er ist ebenfalls im Museum ausgestellt.

Symbol für Selbstbestimmung und Sexualisierung

Das BAM erklärt, dass der Bikini heute symbolisch für Freiheit, Selbstbestimmung und Emanzipation stehe. "Für die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, was am Strand oder beim Baden getragen wird", heißt es weiter.
Anfang des Jahrhunderts mussten Frauen noch vollständig verhüllt in teils schwerer und unbequemer Kleidung baden.

"Heute steht dem eine nahezu grenzenlose Vielfalt an Designs gegenüber, die sehr viel Raum für Individualität und Kreativität lässt." Dies zeige sich auch an der Entwicklung vielseitiger Bademode für Menschen jenseits der binären Geschlechterordnung.

Zweiteiler kombiniert Funktionalität und Komfort

Kritiker argumentieren, dass der Zweiteiler ein Symbol der Sexualisierung ist. "Sie vertreten die Auffassung, dass Frauen insbesondere in der Werbe-, Film- und Unterhaltungsbranche durch den Bikini häufig objektifiziert und instrumentalisiert werden", so das Museum.

Und warum ist der Bikini so beliebt? "Er vereint Funktionalität, Komfort und große gestalterische Vielfalt", erklärt das BAM. Daher wird er wohl auch in den nächsten Jahrzehnten für Badespaß und Kontroversen sorgen. 

Für den Weltrekord-Versuch ist geplant, dass sich 1.200 bis 1.400 Frauen im Bikini auf Usedom versammeln. Sie sollen an der Wasserkante zwischen Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck stehen. Zwischen 13.30 Uhr und 14.30 Uhr soll die Bikini-Parade stattfinden. Wer möchte, kann sich dem Rekordversuch auf Usedom noch spontan anschließen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.