"Te Deum-Challenge": Gehört Gott in die Politik?

Kollage von singenden Politikern
instagram.com/br.lukasosb
Links: Anja Reinalter, Julian Joswig, Katrin Göring-Eckardt, Max Lucks und Hanna Steinmüller (alle MdBs) Mitte: Martin Plum (MdB), Bundestagspräsidentin Julia Glöckner und Philipp Amthor (MdB). Rechts: Catarina dos Santos, Jens Spahn und Franziska Hoppermann (alle MdBs).
Bundestag singt "Großer Gott"
"Te Deum-Challenge": Gehört Gott in die Politik?
"Insta-Mönch" Lukas Boving singt mit Politiker:innen im Bundestag das bekannte Kirchenlied "Großer Gott wir loben dich" und schneidet ein Video dazu. Gott gehört in die Politik – das ist seine Überzeugung.

"Großer Gott wir loben dich" – das bekannte Kirchenlied erklang am 16. April im Deutschen Bundestag. Bruder Lukas Boving, auch als "Insta-Mönch" bekannt und Host des Podcasts "Mönch ärgere dich nicht", hielt dort eine Andacht, die sich um einen Gedanken aus der Regel des Heiligen Benedikt drehte. "Führung bedeutet, ,der Eigenart vieler zu dienen‘ – also zuzuhören, abzuwägen und die Würde jedes Einzelnen im Blick zu behalten." So fasst es Bruder Lukas in der Beschreibung des Videos zu seiner Andacht zusammen.

Vor der Andacht übergab er eine Druckfassung der Regel des heiligen Benedikt an Bundestagsvizepräsident Carsten Ramelow – als Inspiration und Geschenk für die Abgeordneten der "Eigenart vieler zu dienen." Das war der Höhepunkt der sogenannten Te-Deum-Challenge.

Sie startete im Kloster Nütschau. Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, kam dorthin zu Besuch. Günther stimmte ein, als Bruder Lukas eine Zeile von "Großer Gott wir loben dich" sang. Weitere Politiker:innen, darunter zum Beispiel Julia Klöckner, Jens Spahn, Carsten Ramelow und Katrin Göring-Eckhardt, wurden nominiert und steuerten Aufnahmen für ein Video von Bruder Lukas bei.

Die Aufnahmen sind abwechslungsreich. Die Politiker:innen tragen an unterschiedlichen Orten je einen Vers zum Lied bei: Daniel Günther im Interview am Kloster, Julia Klöckner mit Philipp Amthor und Martin Plum vor Deutschland- und Europaflagge, Kathrin Göring-Eckhart mit vier Mitgliedern der Fraktion der Grünen vor der Bundestageskuppel bis hin zum gemeinsamen Chorgesang während der Andacht.

Dieses eingebettete Video wird von Instagram bereitgestellt.

Beim Abspielen wird eine Verbindung zu den Servern von Instagram hergestellt.

Dabei wird Instagram mitgeteilt, welche Seiten Sie besuchen. Wenn Sie in Ihrem Instagram-Account eingeloggt sind, kann Instagram Ihr Surfverhalten Ihnen persönlich zuordnen.

Dies verhindern Sie, indem Sie sich vorher aus Ihrem Instagram-Account ausloggen,

Wird ein Instagram-Video gestartet, setzt der Anbieter Cookies ein, die Hinweise über das Nutzer:innenverhalten sammeln.

Weitere Informationen zum Datenschutz bei Instagram finden Sie in der Datenschutzerklärung des Anbieters unter: https://help.instagram.com/155833707900388

Post ansehen

Bruder Lukas will damit auf humorvolle Art und Weise zeigen, dass Gott aus seiner Sicht politisch ist und in den Bundestag gehört. Gegenüber dem Domradio sagte er: "Wer sich zu Gott bekennt, bekennt sich zur Würde, zur Verantwortung und zur Hoffnung."

Bruder Lukas Boving hat auf Instagram die Te-Deum-Challenge ins Leben gerufen.

Die Reaktionen auf die Aktion sind sehr unterschiedlich, das zeigt schon ein Blick in die Kommentare seines neuesten Videos. 269 mal wird die abgeschlossene Challenge kommentiert und damit deutlich häufiger als vorherige Videos zur Te-Deum-Challenge. "Ich habe Hoffnung", schreibt eine Kommentatorin. Einige loben die Aktion, finden sie "großartig" oder senden Gebets-Emojis. Manche freuen sich an dem schönen Lied, andere über die offenen Bekenntnisse. "Endlich mal bekennende Politiker:innen", liest man in einem Kommentar. Teils wird demokratischer Zusammenhalt beschworen und der Wunsch nach mehr Miteinander in der Politik formuliert.

Umfrage

Gehört Gott in die Politik?

Auswahlmöglichkeiten

Auf der anderen Seite gibt es Kommentator:innen, die den Politiker:innen Scheinheiligkeit vorwerfen. Sie wünschen sich mehr Handeln im Sinne des Glaubens. Kontrovers diskutiert wird unter dem Kommentar mit dem Inhalt: "Gott gehört nicht in die Politik. Deutschland ist ein säkularer Staat." In einem weiteren Kommentar werden Aufklärung und Humanismus als eigentliche Säulen eines freiheitlich-demokratischen Landes genannt. Eine Gegenstimme betont mit Verweis auf die Präambel des Grundgesetzes: "Natürlich gehört Gott in die Politik – da er (hoffentlich) bei vielen Menschen im Parlament Richtschnur ihres Handelns ist." Eine weitere schreibt, dass Gott aufgrund der Religonsfreiheit doch in die Politik gehöre, aber "nicht, um diesen für menschenverachtende Entscheidungen zu missbrauchen, wie es Fundamentalisten aller Religionen gerne machen."