Bibelserie: 7 Lehren aus der Fußball-WM

Gebet des Jesaias

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"Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie laufen und nicht matt werden": Gebet des Jesaias, Byzantinische Buchmalerei, frühes 10. Jahrhundert

Deutschland spricht 2019
Bibelserie: 7 Lehren aus der Fußball-WM
Die Fußball-WM 2014 ist vorbei. Wir schauen zurück - mit einem Blick ins Buch der Bücher, welche Lehren die Bibel nach dieser WM bereithält.

1. "Zum Laufen hilft nicht schnell sein, zum Kampf hilft nicht stark sein, sondern alles liegt an Zeit und Glück"

Prediger 9,11; Judit 9,15; Tobias 13,11

Nein, liebe Fußballer, dieser Tipp bedeutet natürlich nicht, dass ihr nicht schnell laufen oder den Gegnern keine starken Kämpfe liefern sollt. Gemeint ist: Ohne eine gehörige Portion Glück hilft auch schnelles Laufen und hartes Kämpfen nicht. Diese Einsicht könnte auch Trost spenden, wenn's mal trotz größter Anstrengung nicht geklappt hat. Helfen wird in jedem Fall ein Gebet vor dem Spiel – zum Beispiel mit den Worten der mutigen Witwe Judit: "Denke, Herr, an deinen Bund, und gib mir ein, wie ich vorgehen soll, und gib mir Glück dazu." Und wenn das Glück hold und die Punkte sicher sind, empfiehlt sich ein Dankgebet: "Danke dem Herrn für dein Glück und preise den ewigen Gott."

2. "Verschont nicht ihre junge Mannschaft!"

Jeremia 51,3; Lukas 6,27

Wer Gott auf seiner Seite weiß, kann sich gewiss sein: Er wird helfen, den Gegner zu besiegen. Zum Beispiel damals, zu Zeiten des Propheten Jeremia: Die fremde Macht Babel bedrohte Israel und hätte das kleine Land besiegen können. Gott springt seinem Volk zur Seite und schickt "Verderben bringenden Wind" (der auch manchmal einen Torschuss über die Latte wehen könnte, so wie Messis Freistoß in der Nachspielzeit des Finales). Danach scheint Gott die Gegner in eine Art Starre zu versetzen, denn es heißt: "Ihre Schützen sollen nicht schießen." Am Ende folgt der himmlische Ratschlag, rücksichtslos gegen die gegnerische Elf vorzugehen. Die jüngste Mannschaft im Turnier war übrigens Ghana (25 Jahre, 6 Monate), die nach der Vorrunde nach Hause fahren musste.

3. "Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie laufen und nicht matt werden"

Jesaja 40,31

Neunzig Minuten, dazu womöglich noch eine Nachspielzeit und gar Elfmeterschießen: Das kann ganz schön an den Muskeln zerren und an den Energiereserven zehren. Massagen sind auf dem Platz nicht möglich. Ein Gebet schon. Denn die Verheißung des Propheten Jesaja gilt für alle Zeiten und alle Lebenslagen: Wer an die Hilfe Gottes glaubt, wird neue Kraft schöpfen und nicht laufmüde werden. So, wie er im WM-Finale immer wieder aufgestanden ist, hat sich Bastian Schweinsteiger diese Verheißung wohl besonders zu Herzen genommen.

4. "Sie umgeben mich von allen Seiten; aber im Namen des Herrn will ich sie abwehren"

Psalm 118,11; Habakuk 1,9

Vor dieser schwierigen Situation wurden viele Spieler nicht bewahrt in den vergangenen Wochen: Da stürmen drei oder vier Gegner mit dem Ball zum Tor und der Verteidiger, allein auf weiter Flur, muss die Angreifer stoppen. Vielleicht war es auch der Spruch des Propheten Habakuk, der den betenden Brasilianern beim 1:7 gegen Deutschland im Halbfinale in den Sinn kam: "Sie kommen allesamt, um Schaden zu tun; wo sie hinwollen, stürmen sie vorwärts." Keine Chance? Doch, die gibt's immer. Vor allem mit dem Bewusstsein, dass Gott im Spiel ist. Denn im Namen des Herrn lässt sich jeder Angriff parieren. Das wusste schon der Psalmist. Und auch David Luiz, der trotz der bitteren Niederlage nach dem Halbfinale noch betete.

5. "Einer empfängt den Siegespreis. Lauft so, dass ihr ihn erlangt!"

1 Korinther 9,24; 2 Timotheus 4,7; Philipper 3,14

Es gab eine Zeit, auch in der kirchlichen Pädagogik, in der wurden für Kinder "Spiele ohne Sieger" vorgeschlagen. Spielen um des Spielens Willen war Ziel, damit niemand am Ende als Verlierer traurig ist und sich kein Sieger auf die stolz geschwellte Brust schlagen kann. Die Fußballer der Weltmeisterschaftsmannschaften hatten anderes im Sinn: den WM-Pokal. Es ging nicht um den zweiten Platz, erst recht nicht um den dritten und vierten – es ging um den Siegespreis. Jetzt kann die deutsche Mannschaft wiederum mit den Worten des Apostels Paulus sagen: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet." Und nach der WM haben sie Zeit, über den Siegespreis nachzusinnen, den Paulus eigentlich meint: "Jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus." Die deutschen Fußballer haben jedenfalls Demut und Größe in der Riesenfreude gezeigt - ein guter erster Schritt?

6. "Die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen"

Sacharja 8,5

In Brasilien eine Selbstverständlichkeit, wie die Berichterstattung zwischen den WM-Spielen nicht müde wurde zu betonen. Der Fußball ist auch in Südamerika ein Weg aus der Armut. Viele der begabten Straßenfußballer hoffen darauf, der nächste Neymar zu werden. Das sollten sich auch die Profi-Fußballer immer wieder ins Gedächtnis rufen und abseits ihrer Hotels und Spielstätten zu den Menschen vor Ort gehen. Dort können sie besonders den Kindern gute Vorbilder sein und ihnen Mut machen auf dem Weg in die Welt des Profifußballs.

7. "Viele blieben erschlagen liegen bis an das Tor"

Richter 9,40; 2 Mose 20,13

Nein, alle Tipps der Bibel sollten die Fußballer nicht befolgen. Man kann eben nicht alle Sätze herausnehmen und auf eine völlig andere Situation anwenden. Denn erstens ist im Richterbuch mit "Tor" nicht ein Fußball-, sondern ein Stadttor gemeint. Und zweitens wiegt das Gebot "Du sollst nicht töten" immer schwerer als gegenteilige Äußerungen der Bibel. Wehe, da liegt jemand erschlagen vor dem Tor! Also, liebe Spieler: In euren Spielen geht es nicht um Leben und Tod, sondern um den Ruhm und manchmal auch um einen Pokal. Nicht um mehr, aber auch nicht um weniger. Deswegen sind Schiedsrichter unerlässlich und gelbe und rote Karten eine segensreiche Erfindung. Auch, wenn sie nicht immer gezogen werden, wenn es eigentlich nötig wäre - Bastian Schweinsteiger konnte nach dem WM-Finale ein Lied davon singen.

Spielen? Nein danke! Die biblische Tradition, besonders die gesetzestreue jüdische, ist ziemlich spielfeindlich. Jesus Sirach (10,29) warnt Eltern sogar davor, mit ihren Kindern zu spielen - sonst würden sie betrübt. Das menschliche Leben ist eine ernste Sache und kein Spiel, betont das Buch der Weisheit (Weisheit 15,12).

Infos zur Serie
Sehr viel von dem, was uns im Alltag begegnet, ist in der Bibel schon erwähnt. In der Serie "Best of Bible" suchen Uwe Birnstein und Sonja Poppe diese Stellen zusammen.

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