"Ärzte ohne Grenzen": Mehr Angriffe auf Helfer in Krisenregionen

"Ärzte ohne Grenzen": Mehr Angriffe auf Helfer in Krisenregionen
"Ärzte ohne Grenzen" beklagt eine deutliche Zunahme von Angriffen auf humanitäre Helfer in Krisen- und Kriegsgebieten. In vielen Regionen fehle der Respekt vor medizinischer Hilfe, sagte Geschäftsführer Frank Dörner, am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation in Berlin.

Als Beispiele nannte Dörner die Arbeit von "Ärzte ohne Grenzen" im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik oder in Syrien. "Medizinische Einrichtungen werden gezielt angegriffen. Helfer werden nicht geschützt, sondern als Angriffsfeld gesehen." Dabei brauche die notleidende Bevölkerung mehr Unterstützung als je zuvor.

Wenn dauerhaft Gefahr für die Helfer bestehe, müsse man auch darüber nachdenken, das Engagement in diesen Gebieten zu reduzieren, sagte Dörner. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das Beispiel Somalia. Nach mehr als 22 Jahren hatte "Ärzte ohne Grenzen" 2013 seine Tätigkeit in dem Bürgerkriegsland beendet. Dörner bezeichnete den Rückzug aus Somalia als eine der schwierigsten Entscheidungen in der Geschichte der Organisation.

Die deutsche Sektion der Hilfsorganisation hat im vergangenen Jahr 89,3 Millionen Euro eingenommen. Das sind 18,3 Millionen Euro mehr als 2012. Davon kamen 92 Prozent aus privaten Spenden und Zuwendungen. Rund zehn Millionen Euro davon erhielt die Organisation in Zusammenhang mit dem Taifun Haiyan auf den Philippinen.

2013 flossen insgesamt 74,8 Millionen Euro in Hilfsprojekte weltweit. Weitere 10,6 Millionen Euro wurden für Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit verwendet. Zu den wichtigsten unterstützten Ländern zählen Kongo (8,1 Millionen Euro), Südsudan (7,1 Millionen Euro) und Syrien (4,6 Millionen Euro).

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