Asse-Initiative bewirbt sich um Platz in Endlager-Kommission

Asse-Initiative bewirbt sich um Platz in Endlager-Kommission
In der Endlager-Kommission könnte der zweite Platz für die Umweltverbände in Kürze besetzt werden - mit einer Bürgerinitiative, die die Asse schon länger beobachtet.

Wie die Remlinger Bürgerinitiative "aufpASSEn" am Montag mitteilte, will sich die Organisation für den noch freien Platz bewerben. Die Teilnahme an der Kommission sei eine Möglichkeit, die Suche nach einem Verwahrkonzept für den radioaktiven Abfall voranzutreiben, sagte der Beauftragte der Initiative, Udo Dettmann, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Diese Chance wolle man sich nicht entgehen lassen und sich einer kontroversen Debatte stellen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte Mitte April bekanntgegeben, einen Vertreter in die Endlager-Kommission zu entsenden. Bei Anti-Atom-Initiativen oder Umweltschutzverbänden war der Vorstoß des BUND auf Kritik gestoßen. Greenpeace, die Organisation "ausgestrahlt" oder die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg lehnen eine Teilnahme weiterhin ab. Alle Gruppen hatten vor allem kritisiert, dass der Salzstock Gorleben weiterhin für ein Endlager infrage kommt.

Nach monatelangem Streit war die Kommission Anfang April von Bundestag und Bundesrat eingesetzt worden. Sie soll das im vergangenen Jahr verabschiedete Endlager-Suchgesetz evaluieren und Kriterien für die spätere Endlagersuche erarbeiten. Die Kommission wird öffentlich tagen. Die erste Sitzung soll bereits im Mai stattfinden. Den Vorsitz führen abwechselnd der SPD-Politiker Michael Müller und die CDU-Politikerin Ursula Heinen-Esser.

Das Gremium besteht aus jeweils acht Vertretern des Bundestages und des Bundesrates, acht Vertretern aus der Wissenschaft und jeweils zwei Vertretern von Umweltverbänden, Kirchen, Gewerkschaften und aus der Wirtschaft. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) entsendet den hannoverschen Landesbischof Ralf Meister in das Gremium. Für die katholische Kirche übernimmt der CDU-Politiker Georg Milbradt den Sitz.

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