Afghanistan steht vor Stichwahl

Afghanistan steht vor Stichwahl
Die erste Runde der Abstimmung über den künftigen afghanischen Präsidenten hat keine Entscheidung gebracht. Nun sollen Ex-Außenminister Abdullah Abdullah und der Wirtschaftsfachmann Aschraf Ghani am 7. Juni in einer Stichwahl gegeneinander antreten.

Afghanistan steht vor einer Stichwahl um das Präsidentenamt. Zwar gewann Ex-Außenminister Abdullah Abdullah laut dem dem vorläufigen Ergebnis die erste Abstimmungsrunde klar mit 44,9 Prozent der Stimmen. Er verfehlte jedoch die absolute Mehrheit und muss sich dem zweitplatzierten Wirtschaftsfachmann Aschraf Ghani, für den 31,5 Prozent der Wähler stimmten, nun in einer weiteren Abstimmung stellen. Die Wahlkommission des Landes plant die Stichwahl für den 7. Juni.

Allerdings ist das am Samstag verkündete Ergebnis vorläufig. Die Wahlbeschwerdekommission hat noch einige tausend Vorwürfe von Wahlbetrug und Manipulation zu prüfen. Es ist daher unklar, inwieweit Neuauszählungen das Resultat noch verändern werden. Das amtliche Endergebnis soll in etwa vier Wochen vorliegen.

Die Wahlkommission annullierte ihren Angaben nach bereits etwa 260.000 von knapp 6,9 Millionen ausgezählten Stimmen. Bei der Präsidentschaftswahl 2009 waren nach wochenlangem Streit rund 20 Prozent der Stimmen für ungültig erklärt worden.

Indes könnte Ghani auch eine politische Einigung mit dem Spitzenreiter Abdullah suchen und damit eine Stichwahl hinfällig machen. Beide Kandidaten bestritten jedoch, dass sie eine Einigung hinter den Kulissen anstreben. Abdullah war bei der Abstimmung 2009 gegen Präsident Hamid Karsai unterlegen. Er zog jedoch seine Kandidatur vor der Stichwahl zurück.

Die Wahl ist ein historischer Moment für das kriegsgeplagte Land, nach der erstmals ein Präsident nach einer demokratischen Abstimmung Platz für seinen Nachfolger machen soll. Karsai durfte laut Verfassung nicht für eine dritte Amtszeit antreten.

Die Wahl gilt als wichtige Weichenstellung für die Zukunft des Landes, wenn die NATO-Mission in Afghanistan im Dezember endet. Der Wahlkampf war von fast täglichen brutalen Terroranschlägen der aufständischen Taliban überschattet.

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