Weißrussland für deutsches Engagement für Holocaust-Mahnmal

Weißrussland für deutsches Engagement für Holocaust-Mahnmal
Nach finanziellen Zusagen aus Deutschland hat Weißrussland einer geplanten Holocaust-Gedenkstätte zugestimmt. Das osteuropäische Land habe prinzipiell beschlossen, dass am Ort des ehemaligen Todeslagers Trostenez eine Gedenkstätte mit einem gesamtnationalen Charakter entstehen solle, sagte der stellvertretende Außenminister Weißrusslands, Walentin Rybakow, nach Angaben des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) am Wochenende auf einer Konferenz in Minsk.

Damit sei der Grundsatzbeschluss für den Bau der Gedenkstätte für die Opfer des NS-Terrors im weißrussischen Trostenez bei Minsk gefallen, erklärte das IBB am Sonntag. Das weißrussische Außenministerium unterstütze zudem die Planungen für eine deutsch-weißrussische Gedenkzeremonie in Trostenez.

Die neue Gedenkstätte "Der Weg des Todes" soll an den größten Vernichtungsort in Weißrussland während der deutschen Besatzung von 1941 bis 1944 erinnern. Schätzungen zufolge wurden in Trostenez in der Nähe von Minsk zwischen 50.000 und 200.000 Menschen getötet, darunter auch mehr als 22.000 deutsche Juden aus Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Köln. Der Entwurf für das Mahnmal stammt von dem weißrussischen Architekten Leonid Lewin.

An der Finanzierung des Mahnmals wollen sich deutsche Institutionen mit einer Million Euro beteiligen. Das IBB sammelte insgesamt 300.000 Euro Spenden von Privatpersonen, mehreren evangelischen Landeskirchen, der Zeit-Stiftung, sechs deutschen Städten und der Bethe-Stiftung in Köln. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat nach IBB-Angaben einen Zuschuss von 200.000 Euro in Aussicht gestellt. Weitere 500.000 Euro hat das Bildungs- und Begegnungswerk beim Auswärtigen Amt beantragt.

Im Juni soll ein symbolischer Grundstein mit einer Kapsel mit Namen von Opfern auf dem Gelände der geplanten Gedenkstätte in der Nähe der ehemaligen Massengräber gelegt werden. Sobald der deutsche Finanzierungsanteil zur Verfügung steht, kann das Bauprojekt beginnen. Bauherrin ist die Stadt Minsk.

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