Autorin Lewitscharoff kritisiert moderne Sprache im Gottesdienst

Autorin Lewitscharoff kritisiert moderne Sprache im Gottesdienst
Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff hat moderne Sprache in Gottesdiensten als "neumodisches Gewaber" kritisiert.

Sie stelle immer wieder fest, dass es in Predigten eine "Auslieferung an moderne Sprachformen" gebe, sagte die Georg-Büchner-Preisträgerin am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion in Leipzig. Der Drang, es allen recht machen zu wollen, sei "entsetzlich". Anlass war das 20-jährge Bestehen des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands.

###mehr-artikel###

Die Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Petra Bahr, warnte demgegenüber vor zu scharfer Kritik an moderner Sprache in Gottesdiensten. Die Theologin sagte, es wäre zu einfach, zu "billig", sich über Fürbitten zu mokieren, die "wie Reden vor der UNO-Vollversammlung klingen" oder sich über schlechte Metaphern zu beschweren. Der "Fremdheitsgrad", den besonders junge Menschen gegenüber der christlichen Kirche verspürten, sei oft "erheblich größer, als wir denken".

Das Liturgiewissenschaftliche Institut besteht seit 1994 und ist an die Theologische Fakultät der Universität Leipzig angegliedert. An den liturgiewissenschaftlichen Angeboten des Instituts nehmen rund 40 Studierende pro Jahr teil.