Linken-Politikerin Hänsel gegen Bundeswehr-Schutz für Entwicklungshelfer

Linken-Politikerin Hänsel gegen Bundeswehr-Schutz für Entwicklungshelfer
Die entwicklungspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Heike Hänsel (Linke), lehnt einen militärischen Schutz von Entwicklungshelfern in Afghanistan ab.

"Entwicklungspolitik muss abgekoppelt sein von jeglicher vernetzter Sicherheitsstrategie", sagte Hänsel dem Evangelischen Pressedienst (epd). So könne man keinen nachhaltigen Entwicklungsansatz umsetzen.


Die Linken-Politikerin reagierte damit auf einen Vorschlag von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Dieser hatte sich für den Schutz von Helfern vor Ort auch durch Bundeswehreinheiten ausgesprochen.

"Viele der einheimischen Mitarbeiter, die mit den Truppen zusammengearbeitet haben, werden jetzt mit dem Tode bedroht", sagte Hänsel. Ähnlich würde es Entwicklungshelfern ergehen, die von Aufständischen mit dem Militär in Verbindung gebracht werden. Diese und die afghanische Bevölkerung, die die Hilfsprojekte nutzt, seien dadurch in Gefahr.

Hänsel äußerte sich kurz vor der Verabschiedung des Fortschrittsberichts zu Afghanistan am Mittwoch im Bundeskabinett. Die Entwicklungsexpertin sprach sich für eine stärkere Rolle Deutschlands im Versöhnungsprozess zwischen den verfeindeten Gruppen in Afghanistan aus. Die Bundesregierung könne dafür sorgen, lokale Gruppen zu stärken, hob Hänsel hervor. Dadurch könnten Projekte für mehr Bildung oder Frauenrechte auch dauerhaft erfolgreich sein. Dies sei häufig bisher nicht der Fall.