Skandal-Hinrichtung in USA: Abschaffung der Todesstrafe gefordert

Deutschland spricht 2019
Skandal-Hinrichtung in USA: Abschaffung der Todesstrafe gefordert
Human Rights Watch hat das qualvolle Sterben eines zum Tode Verurteilten im US-Bundesstaat Ohio als "skandalösen Vorgang" bezeichnet. Die Todesstrafe sei ein "schrecklicher Anachronismus", sagte der Deutschlanddirektor der internationalen Menschenrechtsorganisation, Wenzel Michalski, am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin.

Eine sogenannte "grausame Bestrafung" sei nach Menschenrechtstandards auch in den USA verboten. Der 53-jährige Dennis McGuire, der 1989 eine schwangere Frau vergewaltigt und ermordet hatte, war am Donnerstag hingerichtet worden. Augenzeugen berichteten nach amerikanischen Medienberichten, er habe zehn Minuten lang sichtbar mit dem Tode gekämpft.

Bei der Hinrichtung, die insgesamt 25 Minuten gedauert haben soll, war den Angaben zufolge ein neuer Chemikalien-Mix verwendet worden. Hintergrund ist die Weigerung europäischer Firmen, Mittel für Hinrichtungen zu exportieren. McGuires Familie will gerichtlich gegen die neue Hinrichtungspraxis vorgehen, berichtete die britische BBC.

Zahl der Todesstrafen in den USA sinkt

Michalski wertete es als positives Zeichen, dass immer mehr US-Bundesstaaten die Todesstrafe abschaffen. Ziel müsse aber eine Abkehr von dieser Praxis in den ganzen Vereinigten Staaten und auch in anderen Ländern sein.

Insgesamt wurden in den USA im vergangenen Jahr weniger Todesstrafen vollstreckt. 2013 seien dort 39 Menschen hingerichtet worden und damit vier weniger als 2012, hatte das Washingtoner Todesstrafen-Informationszentrum Ende 2013 mitgeteilt. Im Jahr 1999 waren noch 98 Todesurteile vollstreckt worden. In 32 US-Bundesstaaten droht Tätern bei besonders schweren Mordfällen die Todesstrafe.
 

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