Anti-Nazi-Proteste: Königs Anwälte beklagen Verschleppung des Verfahrens

Anti-Nazi-Proteste: Königs Anwälte beklagen Verschleppung des Verfahrens
Die gewaltsamen Anti-Nazi-Proteste in Dresden 2011 beschäftigen weiter die Justiz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Totschlags gegen einen jungen Demonstranten und die Anwälte des prominenten Angeklagten und Theologen Lothar König werfen dem Dresdner Amtsgericht Verschleppung des Verfahrens vor.

Auch sechs Monate nach Auftauchen von etwa 200 Stunden Videomaterials habe eine Auswertung noch nicht begonnen, erklärten die Berliner Anwälte Johannes Eisenberg und Lea Voigt schriftlich am Dienstag. Dem Jenaer Stadtjugendpfarrer wird schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Der bundesweit beachtete Prozess war Mitte 2013 zunächst geplatzt. Er soll neu aufgerollt werden.

Über Monate hinweg sei das Verfahren nicht gefördert worden, so die Anwälte weiter. Zum Teil seien auch Schreiben der Staatsanwaltschaft der Verteidigung nicht zugeleitet worden. Einem Zeitungsbericht vom Wochenende zufolge ist das Gericht derzeit immer noch damit beschäftigt, das umfangreiche Videomaterial auszuwerten.

Bei den Demonstrationen rund um den Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 war es 2011 zu schweren Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden unter anderem mehr als 100 Beamte verletzt.

Wie am Dienstag auch bekannt wurde, hat zudem fast drei Jahre nach den Krawallen bei den Anti-Nazi-Demonstrationen in Dresden die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen einen jungen Mann schwere Vorwürfe erhoben. Dem 23-jährigen Demonstranten aus Stuttgart werde versuchter Totschlag in zwei Fällen vorgeworfen, heißt es in einem Bericht der "Sächsischen Zeitung" in der Dienstagsausgabe.
 

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