Totschlag-Anklage fast drei Jahre nach Krawallen in Dresden

Totschlag-Anklage fast drei Jahre nach Krawallen in Dresden
Fast drei Jahre nach Krawallen bei Anti-Nazi-Demonstrationen im Februar 2011 in Dresden hat die Staatsanwaltschaft gegen einen jungen Mann schwere Vorwürfe erhoben. Dem 23-jährigen Demonstranten aus Stuttgart werde versuchter Totschlag in zwei Fällen vorgeworfen, berichtet die in Dresden erscheinende "Sächsische Zeitung" in ihrer Dienstagsausgabe.

Bei den Protesten gegen einen Neonazi-Aufzug soll er Polizisten bei Ausschreitungen mit Leuchtmunition beschossen haben. Die Anklage der Staatsanwaltschaft Stuttgart sei Ende 2013 eingegangen und werde nun von der Jugendkammer am dortigen Landgericht geprüft, heißt es in dem Bericht. Der Beschuldigte sei der linksautonomen Szene zuzurechnen und soll bereits wiederholt Beamte angegriffen haben.

Wird das Verfahren eröffnet, sei noch in diesem Jahr mit einem Prozessbeginn zu rechnen. Neben zweifachem versuchten Totschlag werde dem jungen Mann auch schwerer Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, hieß es weiter. Weil der Beschuldigte aus Stuttgart stammt, hatten Dresdner Ermittler das Verfahren an die Kollegen in Baden-Württemberg abgegeben.

Bei den Demonstrationen rund um den Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 kam es 2011 zu schweren Ausschreitungen. Dabei wurden unter anderem mehr als 100 Beamte verletzt.

Bis heute gibt es Anklagen gegen friedliche Blockierer und gewalttätige Demonstranten. Für bundesweites Aufsehen hatte der Prozess gegen den Jenaer Jugendpfarrer Lothar König wegen schweren Landfriedensbruchs gesorgt. Das Verfahren war aber Mitte 2013 geplatzt. Nun soll es in diesem Jahr am Amtsgericht Dresden neu aufgerollt werden. Der Verhandlungsbeginn ist noch nicht bekannt.

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