Zentralrat erinnert an Auschwitz-Erlass gegen Sinti und Roma

Zentralrat erinnert an Auschwitz-Erlass gegen Sinti und Roma
Zum 71. Jahrestag des "Auschwitz-Erlasses" erinnert der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma am 20. Dezember in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen an die Opfer der Deportationen.
Deutschland spricht 2019

An der Gedenkveranstaltung werde eine 40-köpfige Delegation des Zentralrates teilnehmen, darunter auch etwa 15 Überlebende, teilten der Zentralrat und die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Freitag in Oranienburg mit.

Der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, warnte vor einer neuen Stigmatisierung von Sinti und Roma in Deutschland. Durch die Diskussion über eine "Armutszuwanderung" werde von der Politik eine Stimmung geschürt, die Sinti und Roma als gesamte Minderheit erneut auszugrenzen drohe, erklärte Rose.

Fast 23.000 Sinti und Roma wurden in Auschwitz ermordet

Am 16. Dezember 1942 unterzeichnete der SS- und Polizeichef Heinrich Himmler den sogenannten Auschwitz-Erlass. Damit begann die Deportation von 23.000 Sinti und Roma aus elf Ländern Europas in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Darunter waren rund 10.000 deutsche Sinti und Roma aus dem damaligen Reichsgebiet. Fast alle wurden ermordet. Im besetzten Europa wurden den Angaben zufolge mehrere hunderttausend Sinti und Roma durch Einsatzgruppen der SS oder in Konzentrationslagern ermordet.

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