Klimaschützer aus aller Welt fordern mehr deutsches Engagement

Foto: dpa/NASA
Klimaschützer aus aller Welt fordern mehr deutsches Engagement
Umwelt- und Hilfsorganisationen aus aller Welt rufen die künftige Bundesregierung auf, das deutsche Engagement für den Klimaschutz zu verstärken.

Deutschland müsse im Kampf gegen die Erderwärmung vorangehen, heißt es in einem am Dienstag auf der UN-Klimakonferenz veröffentlichten offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), CSU-Parteichef Horst Seehofer und den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. "Die Welt schaut auf Sie."

Die insgesamt 85 internationalen Organisationen appellieren an die Parteichefs, sich bei den Koalitionsverhandlungen auf ein Klimaschutzgesetz zu einigen. Zudem müsse sich die Bundesregierung auf EU-Ebene für ehrgeizige Ziele zur Treibhausgas-Minderung einsetzen.

Die Verfasser heben hervor, dass Deutschland mit seiner Energiewende bereits "Schritte in die richtige Richtung" unternommen habe: "Viele Staaten auf der Welt sind durch dieses Beispiel inspiriert." Um die Energiewende zu vollenden, müsse die Bundesrepublik sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene nun die richtigen Rahmenbedingungen setzen.

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So müssten sich die künftigen Koalitionäre für ein anspruchsvolles EU-Ziel zur CO2-Reduktion einsetzen. Die europäischen Emissionen sollten bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 gedrosselt werden. Das derzeit erwogene Ziel von 40 Prozent sei im Kampf gegen die Erderwärmung nicht ausreichend.

Ein wichtiges Signal an die Weltgemeinschaft wäre zudem ein nationales Klimaschutzgesetz, das verbindliche Klimaschutz- und Energieziele festschreibe. "Ein solches Klimaschutzgesetz würde Investoren Sicherheit geben, einen reibungslosen Umbau der einheimischen Energiewirtschaft ermöglichen und internationales Vertrauen und Glaubwürdigkeit herstellen."

Zu den Unterzeichnern zählen große Umweltorganisationen wie Greenpeace International und Oxfam International, aber auch regionale Klimaschutz- und Entwicklungsverbände aus Afrika und Lateinamerika. Allein aus Asien unterstützen 33 Organisationen den Aufruf. Auch der Lutherische Weltbund und das Bündnis kirchlicher Hilfswerke "ACT Alliance" haben unterschrieben.