EKD-Friedensbeauftragter kritisiert Nachwuchswerbung der Bundeswehr

EKD-Friedensbeauftragter kritisiert Nachwuchswerbung der Bundeswehr
Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Pastor Renke Brahms, hat die Nachwuchswerbung der Bundeswehr unter Jugendlichen scharf kritisiert.

"Es ist nicht seriös, wenn die Bundeswehr Minderjährige anspricht und ihnen den Beruf des Soldaten als Abenteuerurlaub schildert", sagte Brahms am Freitag in Bremen. Er ist zugleich der leitende Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche.

In den von der Bundeswehr versandten Rekrutierungsmaterialien gehe es lediglich um guten Verdienst, Aufstiegsmöglichkeiten und Führungsverantwortung, sagte Brahms. "Nur am Rande oder gar nicht ist von Auslandseinsätzen die Rede, vom Töten oder der Gefahr für das eigene Leben und die seelische Gesundheit ganz zu schweigen", kritisierte der Theologe. "Eine Bundeswehrkarriere ist eben mehr als der Umgang mit faszinierender Technik und eine schicke Uniform."

Brahms forderte die Bundeswehr auf, die Rekrutierung Minderjähriger grundsätzlich einzustellen. In Info-Materialien müssten die verpflichtenden Auslandseinsätze und ihre Folgen deutlich benannt werden. Eltern seien zu Recht darüber verärgert, dass ihren Kindern ungeprüft vermeintlich verlockende Karrierechancen angeboten würden.

Zuvor hatte sich bereits das Kinderhilfswerk Terre des hommes gegen die Nachwuchswerbung der Bundeswehr gewandt. Das Werk kritisierte besonders die Werbung für "Abenteuer-Camps" in Sardinien oder den Alpen in der Jugendzeitschrift "Bravo". Das Magazin richtet sich an Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren.

Meldungen

Top Meldung
Bedford-Strohm fassungslos über rechtsextremes Gewaltverbrechens von Hanau
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat sich fassungslos angesichts des Gewaltverbrechens von Hanau gezeigt.