Diözese distanziert sich von Sterbehilfe-Plänen des Theologen Küng

Diözese distanziert sich von Sterbehilfe-Plänen des Theologen Küng
Die Diözese Rottenburg-Stuttgart distanziert sich von der Ankündigung des Tübinger Theologieprofessors Hans Küng, möglicherweise in der Schweiz Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Pressesprecher Uwe Renz sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag, die Kirche verurteile zwar niemanden, der diesen Schritt gehe. Doch sei es besser, wenn Menschen in der letzten Phase des Lebens palliativ begleitet und nicht aus dem Leben befördert würden.

Renz hofft, dass Küngs Ankündigung nicht von anderen Christen als Signal verstanden wird. "Herr Küng spricht für sich selbst, nicht für die Kirche." Es bestehe unter christlichen Kirchen ein Konsens, dass man weder anderen noch sich selbst das Leben nehmen dürfe. Deshalb sprächen sich die Kirchen gegen aktive Sterbehilfe aus.

Der Theologe Küng schreibt im dritten Teil seiner Memoiren, die am Montag veröffentlich wurden, über seine Parkinson-Krankheit und den schleichenden Verlust des Augenlichts. "Ein Gelehrter, der nicht mehr schreiben und lesen kann? Was dann?", fragt der 85-Jährige in dem Buch. Er denke darüber nach, Sterbehilfe einer Schweizer Organisation in Anspruch zu nehmen, weil er nicht als Schatten seiner selbst weiter existieren wolle.  Zusammen mit Walter Jens hatte Küng 2009 unter dem Titel "Menschenwürdig sterben" die Neuauflage eines Plädoyers für Selbstverantwortung veröffentlicht.

Der Schweizer Küng ist auch Begründer der Tübinger Stiftung Weltethos. Die katholische Kirche hatte ihm 1979 die Lehrerlaubnis wegen seiner Kritik am Papsttum und an verschiedenen katholischen Lehren entzogen.

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