Zahl der Abgeordneten aus Einwandererfamilien steigt

Zahl der Abgeordneten aus Einwandererfamilien steigt
Bei der Bundestagswahl haben erstmals zwei afrikanischstämmige Kandidaten den Sprung ins Parlament geschafft.

Wie aus der Übersicht des Bundeswahlleiters vom Montag hervorgeht, ziehen Karamba Diaby aus Halle für die SPD und Charles M. Huber aus Darmstadt für die CDU in den Bundestag ein. Diaby ist im Senegal geboren. Der als Schauspieler bekannte Huber ist Sohn eines Senegalesen und einer Deutschen.

Die Migrationsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Petra Albert, begrüßte die Wahl Diabys. Sein Einzug in das höchste deutsche Parlament sei ein hoffnungsvolles Signal für alle Migranten in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus, sagte Albert dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Abstimmungsergebnis könne vor allem Migranten Mut machen, sich in der Gesellschaft zu engagieren.

Auch die Zahl der türkischstämmigen Politiker im Bundestag hat sich gegenüber der Wahl 2009 mehr als verdoppelt. Wie die Türkische Gemeinde in Deutschland mitteilte, haben elf Deutsch-Türken den Einzug in den neuen Bundestag geschafft. Drei von ihnen gewannen ihren Wahlkreis als Direktkandidaten. 2009 schafften den Angaben zufolge nur fünf Abgeordnete mit türkischem Migrationshintergrund den Sprung ins Parlament.

Kolat hofft, dass mehr über Migration und Teilhabe diskutiert wird

Von den Bundestagsabgeordneten mit türkischem Hintergrund gehören fünf der SPD an, drei den Grünen, zwei der Linken und eine der CDU. Die meisten von ihnen kommen aus Nordrhein-Westfalen (4), gefolgt von Berlin (3), Hamburg (2), Bayern und Baden-Württemberg (jeweils 1).

Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, erklärte, dass Türkeistämmige nunmehr in allen Parteien des neuen Bundestages vertreten seien, gebe Hoffnung, dass die Themen Migration und Teilhabe breiter diskutiert werden können. Kolat sprach sich für ein neu zu gründendes Bundesministerium für Teilhabe und Migration aus. Außerdem sollten in den Koalitionsverhandlungen die Themen Mehrstaatigkeit, Teilhabegesetz und Kampf gegen Rassismus bevorzugt behandelt werden.

Für die SPD sitzen im neuen Bundestag künftig Aydan Özoguz, Metin Hakverdi (beide Hamburg), Mahmut Özdemir, Gülistan Yüksel (beide Nordrhein-Westfalen) und Cansel Kiziltepe (Berlin). Für die Grünen ziehen Cem Özdemir (Baden-Württemberg), Ekin Deligöz (Bayern) und Özcan Mutlu (Berlin) ein. Für die Linke sind künftig Sevim Dagdelen (Nordrhein-Westfalen) und Azize Tank (Berlin) im Bundestag. Aus der CDU in Nordrhein-Westfalen kommt Cemile Giousouf.

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