Amnesty-Delegierte fordern Ende des Blutvergießens in Ägypten

Amnesty-Delegierte fordern Ende des Blutvergießens in Ägypten
Mit Nofretete-Masken haben am Montag Vertreter von Amnesty International vor der ägyptischen Botschaft in Berlin gegen die Gewalt am Nil demonstriert.

Die rund 20 Aktivisten, darunter die Generalsekretärin der deutschen Amnesty-Sektion, Selmin Caliskan, forderten ein Ende des Blutvergießens und eine sofortige und umfassende Aufklärung der exzessiven Gewalt durch Sicherheitskräfte. An den ägyptischen Botschafter übergaben sie eine entsprechende Unterschriftenliste.

Zuvor hatten bereits auf einer Amnesty-Konferenz 450 Delegierte aus 80 Ländern mit den Nofretete-Masken gegen die ägyptische Polizei- und Militärgewalt protestiert. In Berlin findet gerade die Internationalen Ratstagung von Amnesty statt. "Wir verurteilen diese Gewalt aufs Schärfste", betonte die deutsche Generalsekretärin Caliskan: "Wir appellieren an alle Seiten, keine weitere Gewalt anzuwenden und umgehend zu friedlichen Verhandlungen zusammen zu kommen."

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Der Generalsekretär der internationalen Amnesty-Sektion, Salil Shetty, forderte, die Verantwortlichen der Gewaltexzesse zur Rechenschaft zu ziehen. Die von Amnesty dokumentierten Menschenrechtsverletzungen der Mursi-Anhänger dürften nicht als Vorwand genutzt werden, um gegen alle Mitglieder der Muslimbruderschaften vorzugehen und keinen Unterschied zwischen gewaltbereiten und friedlichen Demonstranten zu machen, kritisierte Shetty.

Amnesty International hatte am Wochenende ein Bericht über die Gewaltexzesse veröffentlicht. Ein Amnesty-Team hatte in der vergangenen Wochen zahlreiche Krankenhäuser und Leichenhallen in Kairo besucht. Berichte durch das Personal belegten, dass häufig Schüsse gezielt auf Kopf und Brust abgegeben wurden, hieß es.

Das Internationale Ratstagung ist das höchste beschlussfassende Gremium vom Amnesty auf internationaler Ebene und entscheidet alle zwei Jahre über die politische Ausrichtung der Menschenrechtsorganisation.