Mit Gottes Hilfe und vereinten Kräften - Jüdischer Bildungscampus in Berlin geplant

Mit Gottes Hilfe und vereinten Kräften - Jüdischer Bildungscampus in Berlin geplant
Für zehn Millionen Euro soll in Berlin ein neuer jüdischer Bildungscampus entstehen. Träger des Projekts ist die ultraorthodoxe Gemeinschaft Chabad Lubawitsch, die in einem ehemaligen Umspannwerk bereits ein Bildungszentrum betreibt.

Der neue 6.000 Quadratmeter große Campus im Stadtteil Wilmersdorf solle Kita, Grundschule, Gymnasium, Sporthalle, Bibliothek, einen Freizeitbereich, Jugendclub und einen Saal für Feste enthalten, sagte der Vorsitzende von Chabad Lubawitsch, Rabbiner Yehuda Teichtal, am Mittwoch in Berlin. "Es soll ein Ort der Begegnung sein, der alle mit offenen Armen empfängt."Finanziert werden soll das Projekt aus Spenden. Zudem hat die Lottostiftung 1,4 Millionen Euro dafür bewilligt. Rabbiner Teichtal sieht in dem Campus ein Zukunftsprojekt, um das Judentum in Deutschland wieder dauerhaft zu etablieren. Nach Fertigstellung sollen bis 400 Schüler die jüdische Traditionsschule besuchen. Dazu rechnet Teichtal mit wöchentlich Hunderten Besuchern.

Für den Campus soll gemeinsam mit einer ungenannten Wohnungsbaugesellschaft ein benachbartes 7.600 Quadratmeter großes Grundstück erworben werden. Die Fläche ist derzeit Eigentum der Deutschen Rentenversicherung Bund und steht zum Verkauf. Das Mindestgebot für die attraktive innerstädtische Brache liegt bei sechs Millionen Euro. Sollten Chabad und der Mitbieter den Zuschlag erhalten, will die Wohnungsgesellschaft auf zwei Dritteln der Fläche Wohngebäude errichten. Ein Drittel würde Chabad für den Bildungscampus nutzen.

Er sei sich durchaus bewusst, dass so ein Grundstück mitten in der City-West auch für andere Investoren interessant ist, sagte Teichtal. "Es darf aber nicht nur um Business gehen in dieser Stadt, sondern um eine positive Zukunft für Berlin", appellierte der Rabbiner. Er hoffe deshalb, dass in diesem Fall nicht das Höchstgebot ausschlaggebend sein wird. 

2014: Beginn mit den Bauarbeiten

Klappt der Grundstückskauf, kann bereits 2014 mit den Bauarbeiten begonnen werden, sagte Architekt Frederik Scholz. Scholz hat auch schon für die Lubawitscher das frühere Umspannwerk umgebaut, in dem die jüdische Gemeinschaft seit September 2007 residiert.

Sollte der Grundstücksankauf nicht klappen, gibt es laut Teichtal einen Alternativplan mit einer abgespeckten Version des Campus, der dann nur auf dem kleineren eigenen Grundstück gebaut würde. "Mit Gottes Hilfe und vereinten Kräften werden wir das aber schaffen", gab sich der Rabbiner zuversichtlich.

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