Nigeria zieht Soldaten aus Mali ab

Nigeria zieht Soldaten aus Mali ab
Nur eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in Mali hat Nigeria den Abzug einiger seiner 1.200 Soldaten aus der UN-Mission in dem westafrikanischen Land angekündigt. Nigeria brauche seine Truppen für den Kampf gegen die islamistische Terrorgruppe Boko Haram im eigenen Land, erklärte der Vorsitzende der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS, der ivorische Präsident Alassane Ouattara, nach einem Bericht des französischen Auslandssenders RFI vom Freitag.

Die nigerianische Armee führt seit Mai in den vom Terror am stärksten betroffenen Bundesstaaten eine Offensive gegen Boko Haram.  

Ein Vertreter der nigerianischen Regierung sagte am Freitag laut BBC, die Einheiten seines Landes sollten nach ihrer erfolgreichen Arbeit in Mali nun von anderen Staaten abgelöst werden. Bislang ist unklar, wie viele Soldaten Nigeria abzieht. Die Ankündigung ist ein Schlag für die rund 12.600 Mann starke UN-Blauhelmtruppe in Mali. Die MINUSMA löste Anfang Juli eine Eingreiftruppe aus französischem Militär, ECOWAS-Soldaten und Einheiten aus dem Tschad ab.

Die Nigerianer sind seit Beginn der Militäraktion Anfang des Jahres dabei. Die französische Armee hatte sich Mitte Januar zum Eingreifen in Mali entschieden, um den Vormarsch islamistischer Milizen auf die Hauptstadt Bamako zu verhindern. Die bewaffneten Islamisten hatten im Frühjahr 2012 die Kontrolle über den Norden des Landes übernommen. Dem war ein Militärputsch vorausgegangen.

Mit der Wahl Ende Juli soll die politische Krise infolge des Putsches beendet werden. Das Mandat des Übergangspräsidenten Diouncounda Traoré ist abgelaufen. Er soll nun durch einen gewählten Staatschef ersetzt werden. Kritiker halten die Wahl trotz des auslaufenden Mandats für verfrüht, weil die politische Unsicherheit im Norden des Landes die Vorbereitungen lähmt. Viele Beobachter fürchten, dass im Norden etliche Wähler ihre Stimme wegen organisatorischer Mängel nicht abgeben können.

Meldungen

Top Meldung
Gebete und Mahnwache fuer tote Flüchtlinge im Mittelmeer
Die beiden großen Kirchen wollen in ihrem Einsatz für Flüchtlinge nicht lockerlassen. Das machten die Bischöfe Bedford-Strohm und Marx bei einem berührenden ökumenischen Trauergottesdienst für ertrunkene Flüchtlinge deutlich.